Neuer Rupp-Chef: “Passen Strukturen an und setzen Internationalisierung fort”

Markt / 29.09.2026 • 17:52 Uhr
rupp-hoerbranz.jpg
Rupp-Hauptstandort Hörbranz: Kämpft mit herausfordernden Marktbedingungen. WPA

Vorarlbergs größter Milchverarbeiter mit deutlichem Gewinnrückgang: Neuer CEO erklärt, wie der Marktsituation begegnet wird, und kündigt weitere Investitionen an.

Lochau Der Vorarlberger Käsehersteller Rupp AG, das größte familiengeführte Unternehmen in Österreichs Milchwirtschaft und unter den Top-Herstellern von Schmelz- und Naturkäse in Europa, hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Rückgang des Gewinns zu verzeichnen. Laut dem Geschäftsbericht sank das Ergebnis vor Steuern gegenüber 2024 von 24,4 auf 11,6 Mill. Euro, der Jahresüberschuss von 18,1 auf 8 Mill. Euro. Das berichtete am Mittwoch die APA. Rupp beschäftigt in Vorarlberg fast 600 Mitarbeiter und an weiteren Standorten nochmals 460 Personen.

Frederic_Nalis_CEO_RUPPAG.jpg
Frédéric Nalis ist seit Anfang September CEO der Rupp AG: “Rupp ist sehr stabil aufgestellt und mit knapp 600 Beschäftigten ein wichtiger und verlässlicher Arbeitgeber in Vorarlberg.” FA

Frédéric Nalis, seit knapp zwei Wochen CEO der Rupp AG, nimmt Stellung zum schwierigen Geschäftsjahr und ordnet die Zahlen ein: “2025 war durch starke Schwankungen auf den Rohstoffmärkten sowie intensiven Preis- und Wettbewerbsdruck geprägt. Gleichzeitig haben wir mit der Einführung unseres neuen ERP-Systems wichtige strukturelle Weichen für die Zukunft gestellt. Die Umstellung hat in der Übergangsphase zusätzliche Aufwendungen mit sich gebracht.”

Herausfordernder Markt

Die Einkaufspreise für Käse, Butter und weitere Rohstoffe, zentrale Kostenfaktoren in der Produktion, unterlägen seit mehreren Jahren teils erheblichen Preisschwankungen. So sei 2025 zunächst von steigenden Milch- und Rohstoffpreisen geprägt gewesen. Eine rückläufige Milchproduktion innerhalb der EU habe dann insbesondere im ersten Halbjahr zu eingeschränkten Verfügbarkeiten geführt, was sich über die gesamte Wertschöpfungskette bemerkbar machte. Und weiter: Gegen Ende Sommer 2025 kam es zu einem Preisrückgang auf den internationalen Milch- und Käsemärkten. Der daraus resultierende intensive Wettbewerbs- und Preisdruck habe sich wesentlich auf Absatzpreise und Margen und damit negativ auf die Profitabilität ausgewirkt. Das zeigt sich auch bei der Eigenmittelquote – sie ging von 42,0 auf 36,9 Prozent zurück.

Die Käser der Alma-Sennereien beeindruckten mit ihrem Können.  FA
Käser der Alma-Sennereien produzieren Käsespezialitäten, die international gefragt sind.  FA

Einfacher war auch das laufende Jahr bisher nicht, so Nalis gegenüber den VN: “Auch 2026 sehen wir ein herausforderndes Marktumfeld. Rupp wird aber weiterhin profitabel bleiben und verfügt über eine sehr solide wirtschaftliche Basis.” Die Präsenz des Unternehmens in mehr als 60 Märkten, die starken Marken und die ausgewogene Mischung aus Markengeschäft, Private Label sowie Lösungen für Foodservice und Industrie bilden für das Unternehmen und die verfolgte Geschäftsstrategie ein stabiles Fundament, so der Firmenchef.

“Langfristig ausgerichtet”

Die verhaltene Nachfrage auf relevanten Absatzmärkten – im laufenden Jahr rechnet man im gesamten Lebensmittelhandel mit einem Rückgang von rund vier Prozent –, damit verbunden der anhaltende Druck auf die Margen ebenso wie geopolitische Spannungen und Unsicherheiten erschwerten das internationale Exportgeschäft. Auch die hohen Beschaffungs-, Energie- und Logistikkosten blieben belastend. Das Unternehmen will mit Effizienz- und Kostenoptimierungen gegensteuern. In diesem Umfeld, so der CEO, müsse Rupp “konsequent an unserer Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und unsere Strukturen an die veränderten Marktbedingungen anpassen.” Rupp werde die Internationalisierung weiter vorantreiben und gezielt in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens investieren. Nalis versichert: “Rupp ist langfristig ausgerichtet und bleibt ein verlässlicher Arbeitgeber und Partner in Vorarlberg.”