Obrist-Insolvenzen: Keine Sanierung, sondern sofortige Schließung

Markt / 30.09.2026 • 10:15 Uhr
Obrist-Insolvenzen: Keine Sanierung, sondern sofortige Schließung
Obrist hat ein serielles Hybrid-Antriebssystem für den Einsatz in der Automobil- und Transportbranche entwickelt.sams

Insolvenzverfahren bei Obrist Powertrain und Obrist Technologies eröffnet.

Lustenau Nun ist es offiziell: Am Mittwoch wurden bei der Obrist Powertrain GmbH und der Obrist Technologies GmbH die Insolvenzanträge eingebracht, die Konkursverfahren sind damit eröffnet.

Interessanter Fakt: In beiden Fällen wird eine Fortführung oder Sanierung aus heutiger Sicht ausgeschlossen. Die Unternehmen sollen vielmehr sofort geschlossen werden.

Obrist-Insolvenzen: Keine Sanierung, sondern sofortige Schließung
Geschäftsführer Frank Obrist.Obrist

Bei der Obrist Technologies GmbH sind keine Dienstnehmer betroffen. Das Unternehmen hat derzeit zehn Gläubiger und Verbindlichkeiten von rund 6 Millionen Euro. Davon entfallen rund 5,4 Millionen Euro auf Forderungen der Gesellschafter. Zum Masseverwalter wurde der Dornbirner Rechtsanwalt Gernot Klocker bestellt. Aus dem Insolvenzantrag geht hervor, dass das Unternehmen zahlungsunfähig ist.

Bei der Obrist Powertrain GmbH sind neun Dienstnehmer vom Konkurs betroffen. Hier gibt es derzeit 34 Gläubiger. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 18,8 Millionen Euro. Davon entfallen rund zwölf Millionen Euro auf Banken und etwa 6,5 Millionen Euro auf Gesellschafterforderungen. Zum Masseverwalter wurde der Dornbirner Rechtsanwalt Tobias Gisinger bestellt.

Obrist-Insolvenzen: Keine Sanierung, sondern sofortige Schließung
Das Stammhaus von Obrist in Lustenau.Obrist

Hinzu kommt die Obrist DE GmbH mit Sitz in Lindau. Die deutsche Gesellschaft beschäftigt fünf Mitarbeitende und weist rund 6,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten auf. Insgesamt geht es damit um rund 31,8 Millionen Euro.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Laut Angaben aus dem Unternehmen entfällt der Großteil dieser Summe auf interne beziehungsweise besicherte Positionen. Dazu zählen Intercompany-Kredite, Gesellschafterdarlehen, Bürgschaften und Immobilien.

Obrist-Insolvenzen: Keine Sanierung, sondern sofortige Schließung
Das ehemalige Felix-Wankel-Institut in Lindau wurde von der Obrist Group erworben und im Jahr 2022 als Tech-Center wiedereröffnet, seit Sommer 2025 steht es für rund 16 Millionen Euro zum Verkauf. sams

Die Prüfungs- und Berichtstagsatzungen für die beiden österreichischen Insolvenzverfahren finden am 16. November 2026 statt. Dabei werden die wirtschaftlichen Verhältnisse der Unternehmen und die angemeldeten Forderungen näher geprüft.