Wirtschaftsforum: Ein Preis für ein ganzes Unternehmerleben

Lebenswerkpreis würdigt beim Vorarlberger Wirtschaftsforum besondere Unternehmerpersönlichkeit.
Bregenz Es ist jedes Jahr einer der spannendsten Momente beim Vorarlberger Wirtschaftsforum: Wenn der Name des Unternehmers oder der Unternehmerin fällt, die mit dem „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ ausgezeichnet wird. Bis zum 12. November bleibt die Identität des Preisträgers ein gut gehütetes Geheimnis.

Liste an Persönlichkeiten
Fest steht nur: Die Liste jener Persönlichkeiten, die den Ehrenpreis in den vergangenen Jahren erhalten haben, ist lang und sie erzählt zugleich ein Stück Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Käseunternehmer Josef „Joe“ Rupp. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es wie Josef Rupp, in ihrer Schaffensphase ein Unternehmen nicht nur zu führen, sondern kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sagte VN-Chefredakteurin Isabel Russ in ihrer Laudatio.

Auch die Namen der früheren Preisträger stehen für Unternehmen, die weit über Vorarlberg hinaus Wirkung entfaltet haben. Ausgezeichnet wurden unter anderem Kristl Moosbrugger von Post in Lech, Herbert und Gerhard Blum, Georg Meusburger, Heidi und Paul Senger-Weiss sowie Jürg Zumtobel und Fridolin Lucian. Gewürdigt wurden auch bereits verstorbene Unternehmerpersönlichkeiten wie Luis Drexel, der die Spar-Organisation mitbegründete und über Jahre entscheidend prägte, oder Alpla-Gründer Alwin Lehner.

Mut und Verantwortung
Was die Preisträger verbindet, ist dabei nicht allein wirtschaftlicher Erfolg. Mit dem Ehrenpreis wird ein unternehmerisches Lebenswerk gewürdigt, das durch außergewöhnliche Leistungen geprägt ist und über das normale Maß hinaus Wirkung entfaltet hat. Es geht um den Aufbau und die Weiterentwicklung von Unternehmen, um Mut zu Entscheidungen, um Verantwortung und häufig auch um die Fähigkeit, einen Betrieb über Jahrzehnte hinweg durch unterschiedliche wirtschaftliche Zeiten zu führen.

Wer diese Auszeichnung heuer erhält, wird erst beim Wirtschaftsforum selbst bekannt gegeben. Damit gehört der Lebenswerkpreis zu den wenigen Programmpunkten, bei denen das Publikum nicht schon vor der Veranstaltung weiß, was es erwartet.
Hochkarätige Speaker
Was jedenfalls bekannt ist, sind die Speaker auf der Bühne des Festspielhauses: Franz Schellhorn, Direktor des Thinktanks Agenda Austria, beschäftigt sich mit der österreichischen Wirtschaftspolitik und der Frage, wie lange sich ein Staat hohe Ausgaben und neue Schulden leisten kann. Sein Vortrag trägt den Titel „Wirtschaftspolitik auf Rechnung. Wir zahlen später.“

Alpla-CEO Philipp Lehner richtet den Blick auf die Unternehmen selbst. In seiner Keynote „Führung gegen den Mainstream“ hinterfragt er gängige Managementpraktiken und spricht darüber, wie Führungskräfte in einer zunehmend digitalen und von permanenter Erreichbarkeit geprägten Arbeitswelt wieder mehr Fokus gewinnen können.

Juliane Hefel, Senior Vice President bei PPG Industries, bringt internationale Erfahrungen aus Europa, Asien und den USA mit. Sie beschäftigt sich mit Innovation, Künstlicher Intelligenz und der Frage, wie Unternehmen Veränderung aktiv gestalten können.
Geopolitik im Schweinwerferlicht
Ulrike Franke vom European Council on Foreign Relations in Paris erweitert die Perspektive um die geopolitische Dimension. Sie zeigt auf, wie Konflikte, neue Abhängigkeiten und technologische Entwicklungen zunehmend auch Lieferketten, Märkte und strategische Unternehmensentscheidungen beeinflussen.

Und der ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz wiederum beschäftigt sich heute als Co-Founder und President des KI-Unternehmens DREAM mit Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit.