Wirtschaftsforum: Was Vorarlbergs Unternehmen im KI-Rennen besser machen können

Markt / 15.10.2026 • 13:32 Uhr
Wirtschaftsforum: Was Vorarlbergs Unternehmen im KI-Rennen besser machen können

Investor Alexander Niehenke erlebt den technologischen Wandel im Silicon Valley aus nächster Nähe.

Bregenz Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Was heute als technologischer Durchbruch gilt, kann morgen bereits überholt sein. Für Unternehmen stellt sich deshalb längst nicht mehr nur die Frage, welche Möglichkeiten KI eröffnet. Entscheidend ist, wie sich daraus konkreter wirtschaftlicher Nutzen schaffen lässt.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen Technologie, Kapital und unternehmerischer Umsetzung bewegt sich Alexander Niehenke. Beim Vorarlberger Wirtschaftsforum am 12. November im Festspielhaus Bregenz richtet der Investor den Blick auf den globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz – und darauf, was Europa daraus lernen kann.

Wirtschaftsforum: Was Vorarlbergs Unternehmen im KI-Rennen besser machen können
Alexander Niehenke arbeitet als Investor im Silicon Valley. privat

Partner im Silicon Valley

Niehenke ist Partner bei Scale Venture Partners in San Francisco und seit 2012 für das US-amerikanische Risikokapitalunternehmen tätig. Er erlebt damit aus nächster Nähe, wie sich neue Technologien entwickeln, welche Geschäftsmodelle daraus entstehen und wohin Investoren ihr Geld lenken. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Investmentbanking, wo er bei Montgomery & Co. Technologieunternehmen bei Finanzierungen und Unternehmensverkäufen begleitete, in die Venture-Capital-Branche. Zuvor hatte er an der University of California, Berkeley, Business Administration und Legal Studies studiert.

An sieben verschiedenen Schulen

Sein internationaler Hintergrund prägt auch seinen Blick auf die unterschiedlichen Voraussetzungen von Unternehmen und Wirtschaftsregionen. Niehenke wurde in Deutschland geboren und wuchs zwischen Deutschland, Österreich und den USA auf. Bevor er an die Universität wechselte, besuchte er nach eigenen Angaben sieben verschiedene Schulen. Heute beschäftigt ihn die Frage, wie sich eine Technologie, die im Silicon Valley mit enormem Tempo vorangetrieben wird, auch außerhalb dieses Zentrums erfolgreich nutzen lässt.

Wirtschaftsforum: Was Vorarlbergs Unternehmen im KI-Rennen besser machen können
Beim Wirtschaftsforum geht es nicht nur um die großen technologischen und politischen Entwicklungen, sondern auch um die Frage, welche Schlüsse Unternehmen in Vorarlberg daraus ziehen können. vn/sams

Denn der Kapitalmarkt zeigt, wie groß die Unterschiede derzeit sind: Rund 80 Prozent des weltweiten Risikokapitals für künstliche Intelligenz fließen in die USA. Entscheidend sei aber auch, wie schnell Unternehmen neue Anwendungen in ihre Abläufe integrieren, Geschäftsmodelle anpassen und aus technischen Möglichkeiten konkrete Produkte und Dienstleistungen machen.

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Für Niehenke liegt gerade darin eine zentrale Herausforderung für Europa. Die Technologie allein sei nicht die entscheidende Frage, vielmehr gehe es um ihre Umsetzung in Organisationen und Prozessen sowie um die passenden Rahmenbedingungen. Gleichzeitig sieht er in der industriellen Stärke Vorarlbergs einen möglichen Vorteil: Unternehmen mit fundiertem Branchenwissen, gewachsenen Kundenbeziehungen und komplexen Produktionsprozessen verfügen über Voraussetzungen, um KI gezielt einzusetzen.

Wirtschaftsforum: Was Vorarlbergs Unternehmen im KI-Rennen besser machen können
Die vier Themenfelder beim Wirtschaftsforum sind Innovation, Politik, Finanzen und Künstliche Intelligenz.vn/Sams

Wie können europäische Unternehmen beim KI-Rennen also aufholen? Wo entsteht heute tatsächlich Wert, und welche Rolle spielen Regulierung und Investitionen? Diese Fragen stehen im Zentrum von Niehenkes Vortrag. “KI ist die am schnellsten wachsende Technologie unserer Generation”, sagt er. “Was heute aktuell ist, kann morgen schon überholt sein.”

Wirtschaftsforum: Was Vorarlbergs Unternehmen im KI-Rennen besser machen können
Das Vorarlberger Wirtschaftsforum bietet Raum für Inspiration, fundierte Diskussionen und nachhaltige Impulse. VN

Weitere prominente Speaker

Mit Niehenke setzt das Vorarlberger Wirtschaftsforum einen weiteren Schwerpunkt auf die wirtschaftlichen Folgen technologischer Veränderungen. Das Programm bringt unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft des Standorts zusammen: Franz Schellhorn von der Agenda Austria beschäftigt sich mit der österreichischen Wirtschaftspolitik, ALPLA-Chef Philipp Lehner mit Führung, Juliane Hefel von PPG mit Innovation und internationalem Management. Der ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz spricht über technologische Souveränität, künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Die Sicherheitsexpertin Ulrike Franke analysiert, wie geopolitische Entwicklungen Unternehmen und Märkte verändern.

Vorarlberger Wirtschaftsforum, 12. November 2026, Festspielhaus Bregenz. Alle Infos und Tickets: https://wirtschaftsforum.vn.at/