Eine Pointe nach der anderen

Menschen / 21.11.2019 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schneemann Olaf ist in der Fortsetzung von „Frozen“ wieder da und mit ihm sein Synchronsprecher Komiker Hape Kerkeling. TWDC/Kurt Krieger
Schneemann Olaf ist in der Fortsetzung von „Frozen“ wieder da und mit ihm sein Synchronsprecher Komiker Hape Kerkeling. TWDC/Kurt Krieger

Hape Kerkeling spricht in „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ den originellen Schneemann Olaf.

Berlin Wie heißt der weltweit erfolgreichste Animationsfilm aus dem Hause Disney? Die große Überraschung, „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ aus dem Jahr 2013. Jetzt ist endlich die Fortsetzung da. Wieder spricht Hape Kerkeling in der deutschen Fassung den originellen Schneemann Olaf.

 

Sie haben Ende 2014 Ihren weitgehenden Rückzug aus dem Showbusiness angekündigt.

HAPE KERKELING Ich habe mich von der großen Show verabschiedet.

 

Was hat Sie bewogen, sich ein zweites Mal auf Olaf einzulassen?

Kerkeling Die alte Geschichte. Wenn man von Disney ein Angebot bekommt, so ist das wie ein Ritterschlag. Da sagt man schnell zu und bereut es nie. Außerdem kann man damit aus der üblichen Arbeitsroutine ausbrechen. Man schnuppert ein bisschen Showbusiness-Luft. Ja, und Olaf ist natürlich auch eine dankbare Rolle. Er ist klug und haut eine Pointe nach der anderen raus.

 

Was finden Sie am Synchronisieren gut und was weniger gut?

Kerkeling Angenehm ist, dass man dabei allein im Studio ist, im Dunkeln. Beim normalen Film ist man hell ausgeleuchtet und es stehen 50 Leute um einen herum, wenn man vor der Kamera intime Momente kreieren soll. Störend ist beim Synchronisieren nur eines: dieses Eins-zwei-drei-piep-Signal, der unangenehme Countdown. Und wenn’s vom Englischen ins Deutsche geht, ist das nicht so einfach, weil das Englische deutlich prägnanter ist. Auf Deutsch braucht man immer drei bis fünf Silben mehr, um die Situationen richtig darzustellen.

 

Mögen Sie die Figur des Olaf besonders?

Kerkeling Er ist für mich sogar ein Idol. Ich wäre gerne so liebenswürdig und naiv wie er, hätte gerne seine Weisheit.

 

Wie viel Olaf, würden Sie sagen, steckt in Hape Kerkeling?

Kerkeling Ich identifiziere mich mit seiner deutlichen Aussage: Finde deine Bestimmung und geh deinen Weg. Ganz egal, wie du dich fühlst. Hauptsache ist, du machst immer den nächsten Schritt.

2020 wird man Sie wieder in einer „echten“ Rolle in den Kinos sehen, in Joseph Vilsmaiers „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“. Ein Projekt, für das man Sie sicher nicht auf umständliche Weise verführen musste?

Kerkeling Nein, ein Heidenspaß. Ich habe mich so schnell entschieden wie bei Disney, keine zwei Sekunden überlegt und Vilsmaier spontan eine Handy-Nachricht geschickt: „Joseph, ich bin dein Teufel!“.

 

Tod und Teufel sind ja echt dankbare Aufgaben, auch jährlich beim „Jedermann“ in Salzburg?

Kerkeling Doch dort würde ich es nicht wagen, anzutreten. Ich bin ja kein Bühnenschauspieler: Aber natürlich ist das Angebot, etwas Fieses zu spielen, prinzipiell immer reizvoll.

 

Woher haben Sie Ihre Inspirationen als Filmteufel geschöpft?

Kerkeling Natürlich aus mir selbst. Woher sonst? Ich habe mich sehr bemüht, das bisschen Teufel, das in mir steckt, ordentlich rauszuholen.

 

Sie haben zahlreiche Showeinlagen geliefert, wie Ihr Auftritt als Ex-Königin Beatrix bei einem deutschen Staatsempfang. Über wen haben Sie selbst am meisten gelacht?

Kerkeling Über den Komiker Trevor Noah, einen schwarzen Südafrikaner, der in den USA eine große TV- Show hat. Er schlüpft innerhalb von Sekunden in die unterschiedlichsten Figuren, hat Barack Obama ebenso perfekt drauf wie Donald Trump, er kann sich blitzschnell und ohne Maske in eine Frau oder ein Kind verwandeln. Ich glaube, er hat einen Schweizer Vater und kann daher ganz gut Deutsch. Oder sogar Schwyzerdütsch. Für mich ist Trevor Noah der größte lebende Komiker. lh