Der menschliche Aspekt ist entscheidend

Menschen / 22.11.2021 • 17:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Janine Fitsch erklärt mit viel Umsicht und Geduld im Rahmen der Praxis-Begleitung pflegerische Maßnahmen.

Janine Fitsch erklärt mit viel Umsicht und Geduld im Rahmen der Praxis-Begleitung pflegerische Maßnahmen.

Janine Fitsch hat im Sozialheim Senecura Bludenz sowohl die Wohnbereichsleitung als auch die Praxisleitung inne.

VANDANS Die Entscheidung, Gesundheits- und Krankenschwester zu werden, fiel bei Janine Fitsch schon sehr früh: „Seit meinem 9. Lebensjahr steht meine Berufswahl fest: Ich werde Krankenschwester! Davon bin ich auch zu keinem Zeitpunkt abgekommen.“ Ausschlaggebend war für das junge Mädchen sicherlich die prägende Erfahrung, dass sowohl ihre Oma als auch ihre Uroma zu Hause von ihrer Mutter gepflegt wurden: „Ich bin mit sehr alten Menschen im Haushalt aufgewachsen. Der Zugang zu diesen Verwandten fiel mir sehr leicht. Ich war immer schon ein empathischer Mensch. Die Gefühle und Gedanken anderer Menschen haben mich stets interessiert.“ Aber auch das Interesse an medizinischem Fachwissen war immer schon vorhanden. „Meine Berufswahl habe ich noch nie bereut. Mir ist der Bezug zu anderen Menschen wichtig. Ich denke, in allen pflegerischen Berufen ist der menschliche Aspekt ein entscheidender Faktor“, betont die sympathische Gesundheitsexpertin.

Hochqualifizierte Begleitung

Nach ihrem Diplom in ihrem Traumberuf arbeitete sie zunächst in einem Seniorenheim in Vandans. Seit fünf Jahren ist sie nun im Sozialheim Senecura in Bludenz tätig. „Wir haben gemeinsam mit viel Herzblut die Praxis-Begleitung aufgebaut. Unser Ziel ist es, Schüler und Studenten qualitativ sehr gut zu begleiten. In Janine habe ich eine hoch qualifizierte, sehr kompetente Leiterin der Praxis-Begleitung gefunden“, lobt Heimleiter Daniel Siegl die engagierte Mitarbeiterin. Die geeigneten Bedingungen für eine Praxis-Begleitung zu schaffen, bildet eine große Herausforderung. So berichtet Janine Fitsch: „Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Schüler viele Einblicke in die pflegerische Arbeit auf allen Stationen bekommen. Ich agiere dadurch im ganzen Haus. Unsere Schüler kommen aus unterschiedlichsten Ausbildungszweigen. Manche absolvieren ein Vorpraktikum, um vor einer Berufsentscheidung für den Pflegeberuf eine Innensicht vermittelt zu bekommen. Zukünftige Pflege- und Fachassistenten können bei uns ein Praktikum absolvieren, aber auch Studenten der Fachhochschule Dornbirn, angehende Mediziner sowie Schüler in der Behindertenausbildung oder auch Schüler für Heimhilfen.“ Außerdem komme es immer wieder vor, dass Zivildiener nach Abschluss ihres Dienstes eine Ausbildung im Pflegebereich machen: „Wir haben soeben wieder einen ehemaligen Zivildiener als Diplomkraft eingestellt.“

Wichtige Voraussetzung

Janine Fitsch sieht ihre Hauptaufgabe darin, Hilfestellungen auf allen Ebenen zu gewährleisten: „Mein Ziel ist es, eine dichte Atmosphäre an Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit vermitteln zu können.“ Mit ihrer freundlichen und empathischen Art gelingt ihr das bestens. Vor zweieinhalb Jahren wurde ihr zudem die Funktion als Wohnbereichsleiterin übertragen: „Ich habe mich sehr darüber gefreut, da dies doch eine Anerkennung meiner Arbeit bedeutet. Es ist ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet, das mit sehr viel Verantwortung einhergeht. Wobei ich mich darin eher als Team-Playerin sehe.“ Den Unterricht versucht sie möglichst abwechslungsreich zu gestalten: „Ich überlege mir zuerst: Welche Unterstützung habe ich im Haus? Was für ein Lerntyp ist der jeweilige Schüler? Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung? Für mich ist es eine Grundvoraussetzung, völlig offen in eine Situation zu gehen und erst dann die angemessene Begleitung zu bieten.“ Dieser Haltung liegt ein breit gefächertes Erfahrungswissen zugrunde. Ihre Erfahrungen kommen auch im Unterricht zur Anwendung: „LTT, also Lern-Transfer-Theorie Praxis, in unserem Haus wird als drittem Lernort sehr gut angenommen. Das Üben mit den uns anvertrauten Menschen in einem geschützten Rahmen und der entsprechenden Begleitung vermittelt den Schülern Sicherheit in ihrem zukünftigen Berufsleben.“ BI

„Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Schüler viele Einblicke in die pflegerische Arbeit auf allen Stationen bekommen.“

Janine Fitsch und Heimleiter Daniel Siegl entwickeln gemeinsam weiterführende Konzepte für die Praxis-Begleitung.
Janine Fitsch und Heimleiter Daniel Siegl entwickeln gemeinsam weiterführende Konzepte für die Praxis-Begleitung.
Fitsch vor einem von ihr gemalten Bild. Malen bildet einen Ausgleich zur herausfordernden Berufstätigkeit.
Fitsch vor einem von ihr gemalten Bild. Malen bildet einen Ausgleich zur herausfordernden Berufstätigkeit.

Zur Person

JANINE FITSCH

Geboren 21. Jänner 1984

Familie Tochter Emmily (11 Jahre)

Wohnort Vandans

Beruflicher Werdegang 2004 Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, 2004 – 2016 Seniorenheim Vandans, seit 2016 im Sozialzentrum Senecura in Bludenz, 2017 Abschluss der Ausbildung zur Praxisanleiterin, zahlreiche Weiterbildungen, u.a. Bewohnerorientiertes Arbeiten, Geronto-Psychiatrie, Kinästhetik

Hobbys Zeichnen und Malen (gemeinsames Hobby mit Tochter Emmily), Fitness Training, Garten

Lebensmotto Mein Beruf ist meine Berufung!

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