Das Beste aus sich herausholen

Menschen / 12.01.2022 • 17:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lorraine Huber ist auch als Keynote-Speakerin für internationale Unternehmen tätig.Huber
Lorraine Huber ist auch als Keynote-Speakerin für internationale Unternehmen tätig.Huber

Lorraine Huber ist Profi-Freeriderin, Skiführerin und Mental-Coach.

Lech Lorraine Huber wuchs als Tochter einer Australierin und eines Vorarlberger Skilehrers am Arlberg auf, bevor sie als Achtjährige mit ihrer Familie nach Torquay in Australien zog. Regelmäßig verbrachte sie jedoch die Winter in Lech. „Wir waren immer fünf Wochen hier, während in Australien Sommer war. In der Skischule Lech habe ich auch das Skifahren gelernt“, erinnert sie sich gerne zurück.

Mit 18 Jahren entdeckte sie das Freeriden: „Es hat gedauert, bis ich gelernt habe, den Blick zu heben und vorauszuschauen, das Gelände wahrzunehmen und meine eigene Spur zu suchen. Von den Snowboardern habe ich gelernt, mit dem Gelände zu spielen. Da beginnt für mich das Freeriden.“ Die neue Leidenschaft wurde zum Lebensinhalt. Ab 2004 kämpfte Lorraine sich langsam an die Spitze in der Sportart vor und wurde 2017 sogar Freeride-Weltmeisterin. Vor drei Jahren beendete sie als 38-Jährige ihre Wettkampf-Karriere, um Neues in Angriff zu nehmen.

Pionierin der Szene

Lorraine Huber hat in vielen Free­ride-Filmen mitgewirkt, gründete und leitete fünf Jahre die erste Freeride-Schule Österreichs sowie die jährlich stattfindenden „Women’s Progression Days“ in Lech. „Das Freeride Center in Sölden, das ich mit meinem damaligen Freund gegründet habe, war ein wichtiger Zwischenschritt in meinem Leben. Ich habe damals in Wien BWL studiert und konnte meine Kenntnisse sogleich praktisch anwenden.“ Faszinierend findet die Profisportlerin die Entwicklung in der Sportszene, die sie von Anfang an miterlebt hat: „Als erste Freeride-Athletin habe ich viel Pionierarbeit geleistet und war für viele ein Vorbild.“

„Nicht der Titel ist das Wertvolle“

Sie habe lange an ihren Fähigkeiten gezweifelt, sagt die Lecherin: „Ich bin jedoch stolz darauf, unermüdlich daran gearbeitet zu haben, die beste Skifahrerin zu werden, die ich werden konnte. Viele Jahre lang hat es mit den Wettkämpfen jedoch nicht so recht geklappt. Ich bin gestürzt, habe mich mitunter verletzt, was Reha-Maßnahmen nach sich zog. Danach musste ich wieder Selbstvertrauen gewinnen.“ Was Lorraine Huber auszeichnet, ist ihr Durchhaltevermögen: „Ich stand mir manchmal selbst im Weg, wollte immer der Perfektionistin in mir gerecht werden. Aber ich habe hartnäckig an meine Fähigkeiten geglaubt. Nicht der Titel am Ende ist das Wertvolle, sondern der Prozess, der dahintersteht. Als ich gelernt habe, das zu akzeptieren, konnte ich befreiter fahren. Mein Ziel war nicht mehr zu gewinnen, sondern in den Flow zu kommen.“

Erfahrung weitergeben

Ein weiteres Ziel, das sich im Lauf der Jahre ergab, war, sich konkret und bewusst mentale Fähigkeiten anzueignen. Vorerst durch intensive Lektüre von Sachbüchern, dann durch unterschiedliche Coaches und schließlich durch ein Masterstudium für Mentales Coaching an der Universität Salzburg: „Mein Beruf und mein Studium haben sich bestens ergänzt. Ich finde es spannend, wie stark Mental Coaching und Persönlichkeitsentwicklung zusammenhängen und welches Potenzial dahintersteckt.“ Mittlerweile hat sich auch ihr Berufsbild verändert, so ist die innovative junge Frau nach wie vor Freeride-Profisportlerin, arbeitet in der Produktentwicklung, für Marketing-Kampagnen sowie für Events. Außerdem ist sie Keynote-Speakerin beispielsweise für Audi und Omicron. Als Mental Coach ist es ihr ein Anliegen, ihre eigenen Erfahrungen weiterzugeben: „Für die Wettkämpfe habe ich alles von mir abverlangt. Jetzt fühle ich mich freier und kann mich anderen Dingen voll und ganz widmen.“ BI

„Mein Ziel war nicht mehr zu gewinnen, sondern in den Flow zu kommen.“

Die Profisportlerin überzeugt durch ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen.
Die Profisportlerin überzeugt durch ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen.
Lorraine Huber „spielt“ mit dem Gelände.
Lorraine Huber „spielt“ mit dem Gelände.
Lorraine Huber möchte ihre Erfahrungen als Profi- Freeriderin an Interessierte weitergeben.
Lorraine Huber möchte ihre Erfahrungen als Profi- Freeriderin an Interessierte weitergeben.
Die Weltmeisterin im Freeriden sucht stets ihre eigene Spur.
Die Weltmeisterin im Freeriden sucht stets ihre eigene Spur.

Zur Person

LORRAINE HUBER

Geboren 1980

Familie Verheiratet

Wohnort Lech

Beruf Profi-Freeriderin, Skiführerin, Mental-Coach

Hobbys Surfen, Klavier spielen, Lesen

Lebensmotto Life begins at the end of your comfort zone! (Neal Donald Walsh)

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