Ein Gastronom durch und durch

Menschen / 08.05.2022 • 17:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Den eigenen Cocktail mixen? Vini Vinatzer ist für Cocktailkurse buchbar. VN/Paulitsch
Den eigenen Cocktail mixen? Vini Vinatzer ist für Cocktailkurse buchbar. VN/Paulitsch

Vini Vinatzer hat nach 25 Jahren als Wirt und Barkeeper einen Neuanfang gewagt.

Dornbirn Vielen ist Vini Vinatzer mit seiner Bogad-Bar in der Dornbirner Moosmahdstraße ein Begriff. 25 Jahre lang war der Wirt und Barkeeper bekannt für seine Cocktails, seine Weine und seine „Wustnudeln“ – aus marketingtechnischen Gründen verzichtete der Barmeister auf das „r“ in Wurst. „An die 400 Cocktails und 300 verschiedene Weine standen auf der Karte“, erzählt Vini Vinatzer stolz. Ende 2021 hat er die Immobilie verkauft und ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Ohne meine treuen Gäste wäre ich nie so erfolgreich geworden“, bedankt sich der Dornbirner.

Seiner großen Liebe, der Gastronomie, bleibt er allerdings treu. Der 56-Jährige widmet sich nun seiner Bogad Vinithek. Hier geht er zum einen seiner Leidenschaft Wein nach, in dem er Weinberatung und -verkostungen anbietet. Er verkauft hauptsächlich österreichische Weine und lässt sich zum anderen bei buchbaren Cocktailkursen ins Glas bzw. über die Schulter schauen.

Zufall spielte mit

Blickt Vini Vinatzer auf die vergangenen 38 Jahre zurück, würde er den damals gewählten Berufsweg wieder einschlagen. Den Weg hinter die Bar fand er aus Zufall mit 18 Jahren nach dem Militär. „Ich wurde gefragt, ob ich mich hinter die Bar stellen will“, erinnert sich der Weinliebhaber. Dort hat es ihm so gut gefallen, dass er in St. Gallen beim Weltmeister 1986 in der Monti American Bar gelernt hat. „Die kultige Bar hat es mit ihrer Cocktailkarte mit über 1000 Drinks ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft“, so Vinatzer. Die Weinbauschule in Krems absolvierte er ebenfalls, bevor er sein Können verfeinerte. „Ich habe zehn Jahre im Winter in Ischgl, Seefeld, Serfaus oder Zürs als Barchef gearbeitet. Das war eine wunderbare Zeit. Ich würde es wieder machen.“ In den USA erkundete der Weinkenner als Barkeeper ebenfalls die Barszene.

Seit 1996 selbstständig

Am 19. November 1996 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Er eröffnete seine Bar in Dornbirn und hat sich damit seinen Traum ein Vierteljahrhundert lang erfüllt. „Ich wollte immer eine Monti-Bar eröffnen“, erinnert sich der Hobbytennis- und -fußballspieler an sein berufliches Ziel zurück. Das Faszinierende an seinem Job war für Vini Vinatzer, der sich selbst als kommunikativen Typen bezeichnet, die Möglichkeit, Menschen unterhalten und zum Lachen bringen zu können.

Unterstützt wurde er dabei von seiner Familie. So war sein Vater Egon 23 Jahre lang ein Teil der Bar. Seine Abend- und Nachtarbeitszeiten haben Vinatzer und seine Familie nie als störend empfunden. Im Gegenteil. Am Nachmittag hatte er für seine Frau und seine beiden Töchter Zeit. „Nach dem Mittagessen konnten wir Skifahren oder Baden gehen.“ Seiner Bar trauert der Dornbirner nicht nach, einem „Wustnudel“-Revival wäre er aber nicht abgeneigt. VN-PAG

„Meiner Bar trauere ich nicht nach. Ein „Wustnudel“-Revival könnte ich mir aber vorstellen.“

Der Bogad-Chef mit seinen treuen Mitarbeitern Kevin und Marlene. 
              
              V. Vinatzer

Der Bogad-Chef mit seinen treuen Mitarbeitern Kevin und Marlene.

V. Vinatzer

Weine und Cocktails werden bis zur Haustür geliefert. VN/Paulitsch
Weine und Cocktails werden bis zur Haustür geliefert. VN/Paulitsch
Als Weinhändler bietet er bis zu 1200 Weine, hauptsächlich österreichische. VN/Paulitsch
Als Weinhändler bietet er bis zu 1200 Weine, hauptsächlich österreichische. VN/Paulitsch
Der Gastronom mit seinen Töchtern Fabienne und Jeannine sowie Opa Egon auf dem Bild. V. Vinatzer
Der Gastronom mit seinen Töchtern Fabienne und Jeannine sowie Opa Egon auf dem Bild. V. Vinatzer

Zur Person

Vini Vinatzer

Barmeister

geboren 10. April 1966

Wohnort Dornbirn

Familie verheiratet, 2 Töchter

Hobby Tennis, Fußball

Lebensmotto Wer bremst, verliert

Lieblingsgetränk Riesling-Smaragd