Jugendlichen eine Perspektive geben

Menschen / 09.05.2022 • 19:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hugo Ölz (links im Bild) ist froh um die Unterstützung, die er im Vereinsvorstand durch Ferdinand Mayer erhält. CV/EM
Hugo Ölz (links im Bild) ist froh um die Unterstützung, die er im Vereinsvorstand durch Ferdinand Mayer erhält. CV/EM

Hugo Ölz engagiert sich seit 22 Jahren für Berufsausbildungen in Afrika.

Hohenems Drei Jahre wollten Hugo und Marianne Ölz eigentlich investieren, um die Lehrlingsausbildung in der Zwei-Millionen-Stadt Enugu im Südosten Nigerias voranzubringen. „Inzwischen sind daraus 22 Jahre geworden“, resümiert der pensionierte Landesberufsschulinspektor. Doch der Reihe nach: „Durch mein Engagement in der Pfarre Hohenems lernte ich einen aus Nigeria stammenden Priesterseminaristen kennen. Ich war damals Leiter der Berufsschule Feldkirch, und so wurde ich gebeten, mein Wissen über die Ausbildung an Jugendliche in Nigeria weiterzugeben.“

Den organisatorischen Rahmen bildete der Verein „Fidesco“, eine christliche Initiative für Entwicklungszusammenarbeit, die als NGO arbeitet. „Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen in armen Ländern des Südens eine duale Berufsausbildung nach hiesigem Vorbild anzubieten und damit Hoffnung für ein menschenwürdiges Leben zu geben“, erläutert Hugo Ölz.

500 Ausbildungsplätze

Mittlerweile haben rund 500 junge Frauen und Männer einen der angebotenen Berufe erlernt und arbeiten nun als Schlosser, Elektriker oder Automechaniker.

Hugo Ölz erzählt: „Ab dem zweiten Lehrjahr werden die Jugendlichen auch in Hilfsprojekte mit eingebunden und sorgen etwa durch den Bau von Schulen, Kindergärten oder den Ausbau der Wasserversorgung in armen Regionen für einen Doppelnutzen.“ Der Hohenemser bekommt immer wieder Rückmeldungen, wie das Leben von Lehrlingen sich durch die Ausbildung positiv verändert hat. „Ein junger Mann hat mir kürzlich erzählt, dass er jetzt so viel verdiene, dass er heiraten und eine Familie gründen kann. Ein anderes Beispiel ist eine junge Frau, die mir stolz berichtet hat, dass sie jetzt Abteilungsleiterin in ihrer Firma geworden ist.“

Verein „Fidesco“

Drei bis vier Mal war Hugo Ölz vor der Coronapandemie jedes Jahr in Nigeria, oft begleitet von seiner Ehefrau Marianne und anderen Vorstandsmitgliedern des Vereins. Alles in allem kommt der inzwischen 83-jährige Pensionist so auf über 70 Reisen in das afrikanische Land. Beinahe täglich steht er weiter in Kontakt mit dem 15 bis 20 Personen umfassenden Team vor Ort. 50 bis 70 Jugendliche werden jährlich ausgebildet. Um auch jungen Leuten im Norden des Landes Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen, wurde eigens ein Lehrlingswohnheim errichtet.

Für Hugo Ölz und sein Team bedeutet das, dass er auch Fundraising betreiben muss – das Budget des Vereins „Fidesco“ beträgt rund 170.000 Euro pro Jahr. „Wir erleben aber hier eine große Solidarität, viele Menschen in Vorarlberg wollen uns helfen.“ EM

„Wir erleben aber hier eine große Solidarität, viele Menschen in Vorarlberg wollen uns helfen.“

„Fidesco“ ist eine christliche Non-Profit-Organisation.
„Fidesco“ ist eine christliche Non-Profit-Organisation.
Die Familie spielt eine große Rolle im Leben von Hugo Ölz.
Die Familie spielt eine große Rolle im Leben von Hugo Ölz.
Perspektive durch Ausbildung.
Perspektive durch Ausbildung.
500 junge Menschen wurden schon als Schlosser, Elektriker oder Automechaniker ausgebildet.
500 junge Menschen wurden schon als Schlosser, Elektriker oder Automechaniker ausgebildet.

Zur Person

Hugo Ölz

Geboren 7. August 1938

Familie Verheiratet mit Marianne, 5 Kinder, 16 Enkel

Ausbildung/Beruf Lehrer, ehemaliger Direktor und später Landesschulinspektor für Berufsschulen

Lebensmotto Die Hoffnung nie verlieren!