Prinzessin Amalia der Niederlande

Menschen / 26.07.2022 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kronprinzessin Amalia (Bildmitte) mit ihren Eltern Maxima (l.) und Willem-Alexander sowie ihren Schwestern Alexia und Ariane (2. v. r.). Reuters
Kronprinzessin Amalia (Bildmitte) mit ihren Eltern Maxima (l.) und Willem-Alexander sowie ihren Schwestern Alexia und Ariane (2. v. r.). Reuters

Auf ihr ruht die ganze Hoffnung, dass das niederländische Königshaus in ruhigeres Fahrwasser kommt.

Denn Papa und Mama stehen oft in der Kritik, nicht alle sind mit der Lebensweise von König Willem-Alexander und Königin Máxima einverstanden. Auch eine gezielt angelegte Charmeoffensive konnte die schlechten Umfragewerte des Königs nicht bessern. Nur 54 Prozent vertrauen ihrem Regenten. Unüberlegtes Reisen während der Corona-Pandemie oder jüngst der Flug nach Wien und die Zugreise nach Graz (die gepanzerten Limousinen fahren hinterher) stößt den Niederländern gehörig auf.

Nur Kronprinzessin Amalia wird attestiert, dass sie vieles richtig macht.

Seit der Geburt gibt’s kein Zurück, der Thron wartet.

Mit Schlagzeilen wie „Hurra, ein Prinzesschen“ feiern die Niederländer am 7. Dezember 2003 das erste Kind von Willem-Alexander und Máxima. Niemand rümpft die Nase, dass „wieder nur ein Mädchen“ die Thronfolge übernimmt. Mit drei Königinnen in den letzten 100 Jahren sind die Niederlande an das Matriarchat gewöhnt. Kronprinz Willem-Alexander, der seiner Mutter 2013 auf den Thron gefolgt ist, bleibt die männliche Ausnahme.

Ernst wurde es für Kronprinzessin Amalia ab dem 18. Geburtstag im Jahr 2021. Seit damals hat sie einen Sitz im Staatsrat, muss die Vertretung ihres Vaters übernehmen und bekommt eine eigene Apanage in Höhe von 1,6 Millionen Euro jährlich. Die Thronfolgerin verzichtet kurzerhand auf die Apanage und die Ausgabenvergütung von 1,3 Millionen Euro. Sie findet, die Geldleistung „unangebracht, solange ich keine Gegenleistung erbringen kann.“ Ein solch‘ freiwilliger Verzicht gab es noch nie.

Da verhält sie sich doch ganz anders als ihr Papa Willem-Alexander. Als der an der Uni Leiden Geschichte studiert, gibt er sich sportlich und fröhlich, was ihm den Spitznamen „Prinz Pils“ einbringt. Und auf seine Zukunft angesprochen, meint er trocken: „Dass ich eines Tages König sein werde, ist klar. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dazu fähig bin.“

 

„Die Thronfolgerin verzichtete kurzerhand auf die Apanage in Höhe von 1,3 Millionen Euro.“

Lisbeth Bischoff ist Adelsexpertin und lebt in Dornbirn