„Es ist einfach mehr Arbeit als früher“

Menschen / 16.11.2022 • 21:51 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Katharina Böhm ermittelt seit zehn Jahren in der beliebten Krimiserie „Die Chefin“. zdf/mICHAEL mARHOFFER
Katharina Böhm ermittelt seit zehn Jahren in der beliebten Krimiserie „Die Chefin“. zdf/mICHAEL mARHOFFER

Katharina Böhm über ihre Rolle als Kommissarin in der vor zehn Jahren gestarteten Krimiserie „Die Chefin“.

München Sie lässt sich bei der Mörderjagd weder von Vorgesetzten noch von Dienstvorschriften stoppen: Vera Lanz ist Polizistin mit Leib und Seele. Gespielt wird die Münchner Kommissarin in der vor zehn Jahren gestarteten Krimiserie „Die Chefin“ von Katharina Böhm. Ab Freitag sind im ZDF neue Folgen des beliebten Dauerbrenners zu sehen. Katharina Böhm ist die Tochter von Schauspiellegende Karlheinz Böhm und dessen dritter Ehefrau Barbara Kwiatkowska-Lass und stand mit zwölf Jahren zum ersten Mal vor der Kamera.

 

Frau Böhm, seit zehn Jahren sind Sie als „Chefin“ in der gleichnamigen ZDF-Serie zu sehen. Macht’s noch Spaß? 

Böhm Es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Zum Glück, denn sonst wäre es angesichts der vielen Zeit, die ich jedes Jahr in diese Serie investiere, zu harte Arbeit.

 

Wie haben sich die Arbeitsbedingungen im Lauf von zehn Jahren geändert?

Böhm Zunächst mal ist weniger Geld da als früher, aber darunter haben ja alle Fernsehproduktionen zu leiden. Das heißt, man muss beim Drehen sehr viel stringenter sein als früher. Stringent vorgegangen bin ich zwar schon immer, aber jetzt muss man auf jeden Drehtag extrem gut vorbereitet sein. Es müssen zum Beispiel mehr Motive an einem Tag abgedreht werden. Wir drehen pro Tag zwischen sechs und neun Minuten Sendezeit, das ist schon eine ganze Menge.   

 

Hört sich anstrengend an…

Böhm Ja, das ist schon relativ sportlich. Es ist für uns Schauspieler und alle Beteiligten alles in allem einfach mehr Arbeit als früher. Das bedeutet wie gesagt vor allem mehr Vorbereitung.

 

Sie waren vor zehn Jahren die erste Frau, die in einem Freitagskrimi des ZDF als Chefermittlerin Ganoven gejagt hat. Haben Sie das damals auch als Akt der Emanzipation empfunden?

Böhm Nein, gar nicht, es gab damals ja auch schon eine ganze Menge Kommissarinnen im Fernsehen. Davon abgesehen wollte ich ganz einfach meinen Job gut machen, die Rolle ausfüllen, und dabei habe ich mich überhaupt nicht als Vorkämpferin für Frauenrechte oder so verstanden.  

 

Welche von den anderen TV-Ermittlerinnen mögen Sie gerne?

Böhm Da gibt es einige, ich mochte zum Beispiel Eva Mattes als „Tatort“-Kommissarin sehr gerne. Ich gucke ehrlich gesagt aber auch gar nicht so wahnsinnig viel Krimi im Fernsehen. Ich zappe ab und zu mal in was rein und bleibe dann hängen, schaue mir aber systematisch nicht so viel an.

 

Gucken Sie „Die Chefin“?

Böhm Wenn es im Fernsehen kommt nicht, aber vor der Ausstrahlung schon. Ich bekomme die neuen Folgen vorab geschickt und schaue dann natürlich rein, ich muss in einem professionellen Sinne schließlich überprüfen, was ich da vor der Kamera gemacht habe. Ich bin aber kein Fan davon, mir selber zuzuschauen.

 

Wie hat sich Komissarin Vera Lanz in den zehn Jahren verändert?

Böhm Sie ist mit zunehmendem Alter ganz sicher gelassener geworden. Ich bemühe mich die Rolle so anzulegen, dass sie auch mit den typischen Problemen und Wehwehchen von Frauen meines Alters zu kämpfen hat und diese Frauen so gesehen auch ein bisschen repräsentiert.

Trinken Sie privat auch so viel Cola wie Vera Lanz?

Böhm Nein, gar nicht. Sie zieht sich ja auch jede Menge Pizza und Junk Food rein, das ist alles auch nicht meins. Ich mag zwar Pizza und Cola ganz gerne, halte den Verzehr aber privat in Grenzen, weil das ja nicht gerade die gesündeste Ernährung ist.

 

Und wie lange wollen Sie noch als Chefin Cola trinken und Mörder dingfest machen?

Böhm Da ist noch kein Ende absehbar, weil mir die Rolle bis jetzt immer noch großen Spaß macht. Wir arbeiten alle immer noch wahnsinnig intensiv an der Serie, da ist noch überhaupt keine langweilige Routine drin. Wir diskutieren viel im Team und kämpfen auch oft miteinander – miteinander, nicht gegeneinander. 

 

Werden Sie auf der Straße denn mehr auf Ihre Rolle oder Ihren berühmten Vater, den Schauspieler Karlheinz Böhm, angesprochen?

Böhm Mehr auf die Rolle, auf den Papa werde ich kaum noch angesprochen. Die meisten Leute, die mich erkennen, sind auch sehr nett. Irritierend sind nur die Begegnungen, wenn mir jemand sagt, dass ich bei ihm im Wohnzimmer war, er mich aber nicht einordnen kann (lacht). maw

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