Die Kunst im Vordergrund

Menschen / 06.06.2023 • 18:22 Uhr
Für den Hohenemser steht die Kunst im Vordergrund.
Für den Hohenemser steht die Kunst im Vordergrund.

Andreas Ender begeistert mit der Vielfältigkeit und Einzigartigkeit seiner Werke.

HOHENEMS Die meisten stellen sich unter einem perfekten Foto ein makelloses Gesicht sowie einen tadellosen Körper vor. Andreas Ender ist da aber anderer Meinung. Für den Vorarlberger Fotografen und Künstler ist alles so schön wie es ursprünglich ist, vor allem unretouchiert.

Mit 17 Jahren hat er bereits die Kunst für sich entdeckt. Das Zeichnen des Akts – der menschlichen Anatomie oder besser gesagt des nackten Körpers – liegt ihm besonders gut in der Hand. „Ich habe damals beim offenem Atelier von verschiedenen Künstlern mitgemacht“, erzählt Ender. Nachdem er unterschiedliche Zeichenarten durchprobiert hat, ist der Hohen­emser zur Fotografie übergegangen. „Ich habe bis zu 600 Filme im Jahr geknipst und sie alle alleine in der Dunkelkammer entwickelt.“

Später kam er auf die Idee, Fotografie und das Malen zu verbinden. „Ich habe dann auf die entwickelten Fotos draufgemalt“, schildert er. Auch beim Fotografieren von Blumen und Stillleben sowie energetischen Bildern oder dem alltäglichen Umfeld versucht er den Betrachtern die Augen zu öffnen und sie fühlen zu lassen. „Ich versuche mehr unsichtbare Sachen im Alltag zu zeigen. Dinge, an denen Personen tagtäglich vorbeilaufen. Somit schaffe ich, dass ein anderes Bewusstsein bei den Menschen entsteht“, erklärt der 54-Jährige. „Wenn ich die Natur fotografiere, dann achte ich vollkommen auf alles, ich fühle mich rein, damit sich die Schwingungen in Bildern widerspiegeln.“

Seine Kunst kommt bei den Menschen so gut an, dass er unter anderem das Saminapark Aparthotel in Frastanz komplett mit seinen Werken ausgestattet hat. Jedes einzelne Hotelzimmer ist mit unterschiedlichen Bildern von ihm verziert, sowie die Gänge mit Installationen. „Im Archiv habe ich noch 3000 gemalte Bilder, die niemand gesehen hat. Sie sind teilweise schon 30 Jahre alt“, so Ender.

Einzigartigkeit

Bei der Fotografie, aber auch bei der gemalten Kunst, möchte Andreas Ender aus der Masse herausstechen. „Ich war immer auf der Suche nach was Einzigartigem“, erklärt er. Irgendwann kam er zur Erotikfotografie. „Das größte Problem bei den Aktbildern ist, dass man das Gesicht der Person sieht. Ich hatte dann die Idee, den Models etwas über den Kopf – einen Sack – zu tun, damit ihre Identität geschützt ist.“

Das Projekt nannte er „Paperbag“. „Es gibt keine vergleichbare Fotostory“, so der Künstler. „Alles, was ich den Models zumute, habe ich schon selbst auch gemacht. So weiß ich, wie sich die Person fühlt, und überfordere sie nicht. Ja, auch ich stand schon mal nackt mit 17 anderen Leuten für ein Porträt von Spencer Tuning da.“

Eine neue Herausforderung, die der Vorarlberger angenommen hat, ist die Suche nach mehr männlichen Models. Bis jetzt sind es wenige, die mitmachen wollen. „Ich hoffe, dass ich mit meiner Kunst jeden erreichen kann, und glaube, dass das durch meine Vielfalt auch möglich ist.“ Neben seinen künstlerischen Tätigkeiten führt Ender eine Galerie. Die „gallery.t.69“ im arte & co. Gebäude in Hohenems. Die gibt es seit zwei Jahren. „In den Gängen sind Werke von unterschiedlichen Künstlern aufgehängt. Ich suche immer einen gesunden Mix aus Vorarlbergern und denen aus angrenzenden sowie internationalen Ländern.“ Dabei werden die aufstrebenden Künstler von dem Hohenemser gefördert. „Für mich steht die Kunst im Vordergrund“, so Ender. VN-PEM

„Ich hoffe, dass ich mit meiner Kunst jeden erreichen kann.“

Er ist stets auf der Suche nach etwas Einzigartigem.
Er ist stets auf der Suche nach etwas Einzigartigem.
Ein Werk von Andreas Ender.
Ein Werk von Andreas Ender.
Der Vorarlberger kann sich für vieles begeistern.
Der Vorarlberger kann sich für vieles begeistern.
Ender mit anderen Künstlern bei der Vernissage letzten Samstag.
Ender mit anderen Künstlern bei der Vernissage letzten Samstag.

Zur Person

ANDREAS ENDER

Alter 54 Jahre

Wohnort Hohenems

Hobbys Oldtimer, Musik, Eisschwimmen

Beruf Künstler und Handelsunternehmer