Ein Bregenzer in Harvard: Filippo Braun (19) schafft den Sprung an die Eliteuni

Köpfe von morgen 2026: Filippo Braun (19) aus Bregenz beginnt im Herbst sein Studium an der US-Eliteuniversität Harvard. Der Mehrerau-Absolvent will Politik gestalten und junge Menschen fürs öffentliche Sprechen begeistern.
Brüssel Als die Zusage aus den USA kam, musste Filippo Braun (19) erst einmal innehalten. Unter 1650 Aufgenommenen dürfte er der einzige Österreicher sein – und wohl einer der ersten Absolventen seiner ehemaligen Schule, der Mehrerau Bregenz, der an der Eliteuniversität Harvard aufgenommen wurde. Insgesamt bewerben sich pro Jahrgang etwa 51.000 Personen aus der ganzen Welt. “Die Zusage bedeutet eine einmalige Chance, die Türen öffnet”, sagt der 19-Jährige im Gespräch mit den VN. Beworben hat er sich am 1. November, mit Essays, Empfehlungsschreiben, Tests und detaillierten Angaben zu seinem Engagement. Ende August beginnt für ihn das Bachelorstudium in Liberal Arts, mit Schwerpunkt Government und Public Policy an einer der renommiertesten, ältesten und forschungsstärksten Universitäten.

Die internationale Perspektive begleitet ihn schon lange. Sein Vater ist Unternehmer und beruflich viel unterwegs. “Von ihm habe ich gelernt, dass aus sehr wenig sehr viel werden kann, wenn man Einsatz zeigt.” Das prägte den Bregenzer, dem früh klar wurde, dass die Welt größer ist als Vorarlberg. Gleichzeitig ist er hier verwurzelt: Insbesondere die Schulzeit im Gymnasium Mehrerau mit familiärer Atmosphäre hat ihn geprägt.

Derzeit sammelt Braun als Trainee im Büro des EU-Abgeordneten Lukas Mandl im Europäischen Parlament Erfahrung auf dem politischen Parkett. Besonders beeindruckt ihn, wie komplex politische Entscheidungen sind: “Auf europäischer Ebene zu arbeiten, ist faszinierend. Ich sehe, wie viele Kulturen hier zusammenkommen und wie komplex politische Entscheidungen sind.”

Darüber hinaus will er mit seiner Non-Profit-Initiative “Rhetoricas” jungen Menschen Rhetorik näherbringen. “Wer sprechen kann, kann etwas bewegen. Wir wollen das nötige Werkzeug und den Mut mitgeben”, sagt er. In Workshops und Schulprojekten möchte er Räume schaffen, in denen öffentliches Sprechen ohne Angst erprobt werden kann.

Wo er in zehn Jahren steht? “Mir ist weniger wichtig, welchen Titel ich trage, sondern welchen Beitrag ich leisten kann.” Optimismus sei dabei sein wichtigster Begleiter.