Mit Regionalität und Qualität auf Erfolgskurs

Alois „Wise“ Feurstein positioniert sich mit seiner Wälder Metzge als „Gamechanger“
Warth, Bezau Erst dieser Tage sorgten – wieder einmal – Meldungen über skandalöse Viehtransporte für Empörung: Hunderte Tiere verendeten jämmerlich in ihren Exkrementen. Metzgermeister Wise Feurstein ringt entsetzt nach Worten – solche Praktiken sind für ihn ein No-Go. Er weiß, allein kann er dagegen nichts ausrichten, trotzdem will er zeigen: Es geht auch anders und er setzt ein Zeichen.

Seine Philosophie
„Qualität, Regionalität, Transparenz mit Rückverfolgung der Herkunft bis in den Stall der Bauern, von denen ich Vieh beziehe, sind Richtschnur für meine Arbeit.“ Neuerdings deklariert er das auch als seine exklusive Qualitätsmarke: Das Logo „Gamechanger“ steht auf den Fahnen vor seiner Wälder Metzge in Warth. „100 % Weidehaltung Eigenschlachtung“ und „100 % Weidehaltung – Alpkäse“ für seine Fleischprodukte aus eigener Schlachtung und Käse von Wälder Alpen.
Käse hat er fast 20 Jahre selbst erzeugt – ein Standbein seines Betriebes war ja die Sennerei. „Diese aufzugeben, fiel mir nicht leicht“, versichert er und ergänzt: „Der Milchmarkt hat sich massiv geändert, deshalb war die Sennerei nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben.“

Traditionsmetzgerei
Wise widmet sich wieder mehr seinem Kerngeschäft. Die Wälder Metzge hat eine lange Tradition, 1910 von Josef Feurstein in Andelsbuch gegründet, übernahm sie 1940 Alois sen. Franz war ab 1975 Chef im Haus, ehe 2003 die vierte Generation – die Söhne Norbert und Alois – die Metzgerei in zwei eigenständige Betriebe aufteilten. Norbert blieb im Stammhaus, Alois, der sein Handwerk im väterlichen Betrieb erlernt hatte, sammelte in Diensten eines weltweit tätigen Konzerns einige Jahre in Kanada Auslandserfahrung. Er ging dann nach Bezau und startete in Warth ein spezielles Projekt: „Sennerei, Metzgerei, dazu ein 365 Tage im Jahr geöffneter Laden mit Imbiss und auch Zimmervermietung“, erläutert er sein Erfolgskonzept.

Partnerschaft im Fokus
„Dabei stand für mich immer die Partnerschaft mit den Bauern im Vordergrund“ und er ergänzt, „dass es für mich wichtig ist, zu wissen, wie das Vieh, das ich schlachte, gehalten und gefüttert wurde.“ Und zudem: „Der Konsument kann in meinem Betrieb bei Betriebsführungen nachvollziehen, wie Fleisch- und Wurstwaren, Schinken und Speck produziert werden.“ Und auch die Herkunft des Schlachtviehs ist kein Geheimnis: „Kälber und Rinder kommen zu 100 Prozent aus heimischer Weidehaltung, alle Bauern kenne ich persönlich.“ Gleiches gilt beim Wild, auch die Jäger, die vor allem Hirsch liefern, kennt er persönlich. Nur bei Schweinen muss er zum Teil auch ins Allgäu und nach Ostösterreich gehen, wobei er auch dort darauf achtet, „dass diese Betriebe höchste Standards einhalten.“
Zur Person
Alois „Wise“ Feurstein
Wohnort Bezau
Geburtstag 27. August 1964
Familie in Lebensgemeinschaft mit Edith, ein Sohn
Beruf Metzgermeister, seit 2003 selbständiger Unternehmer Wälder Metzge GmbH mit Imbiss, Laden und Vermietung
Lebensmotto „Alles, was man sät, kann man ernten.“
Hobbys Skifahren, Radfahren und arbeiten










