Mit ruhiger Hand und viel Geduld

Alfred Brunold hat viele Krippen gebaut und unterstützt Neulinge bei ihren Projekten.
Dornbirn Wer den Keller des Hauses Marktstraße 51 in Dornbirn betritt, wird vom Geruch nach Holz und Leim empfangen. Auf den Werktischen liegen Bretter, Rindenstücke, Wurzeln, winzige Schindeln. Mittendrin lassen halbfertige Bauwerke den jeweiligen Stil erkennen. Im Domizil des Krippenbauvereins Dornbirn werden mit Geschick und Geduld kleine Kunstwerke geschaffen. “Für einen Krippenbauer beginnt Weihnachten nicht erst im Advent, sondern lange davor – mit einer Idee und der Freude am Handwerk”, sagt Krippenbaumeister Alfred (Fred) Brunold, ein Urgestein des Vereins. Gerade die warmen Monate bieten ideale Gelegenheiten, Holz zu bearbeiten, Landschaften zu gestalten oder Figuren und Zubehör anzufertigen. Materialien wie Moos, Rinde oder besondere Steine werden bei Spaziergängen im Laufe des Jahres gesammelt.
Krippenbau vereint Geduld, Fantasie und Handwerk zu Werken, die Generationen erfreuen.
Als langjähriger Kursleiter begleitet Fred sowohl Einsteiger als auch erfahrene Teilnehmer, die Jahr für Jahr in die Werkstatt zurückkehren, bei der Umsetzung ihrer Krippen-Ideen. Und sorgt mit seinem Lachen und witzigen Sprüchen dafür, dass der Spaß am Werkeln erhalten bleibt.

Aufgewachsen ist Fred in Lustenau. “Ich bin ein Dornbirner, geboren in der Lustenauer Straße 2 (im früheren Spital – d. A.). Dann hat man mich nach Lustenau verschlööft. Und 1982 hat mich die richtige Frau wieder nach Dornbirn geholt”, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Seine Eltern führten in zweiter Generation die Bäckerei Brunold, die sein Großvater Alfred 1905 gegründet hatte. Nach der Schulzeit und Handelsschulbesuch erlernte er ebenfalls das Handwerk, musste aber nach einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen den Beruf wechseln. Ab 1970 und bis zur Pension arbeitete er in der Verwaltung eines Heizungsbau-Unternehmens. “Nun bin ich schon lange im Ruhestand und seit 40 Jahren hauptnebenberuflicher Krippenbauer”, ergänzt er launig.

Eine Ausstellung im Rahmen der Vereinsaktivitäten weckte seine Neugier auf das gemeinsame Basteln. Seine erste Krippe baute Fred 1986, ein Jahr später trat er dem Verein bei. “Wenn man in einer Wohnung lebt, hat man nicht so viel zu tun, da braucht man ein Hobby, sonst geht man unter”, meint er. Im Krippenbau hat er eine sinnvolle und erfüllende Beschäftigung gefunden, in der sich Geduld, Fantasie und handwerkliches Können vereinen. Besonders das Tüfteln an Bautechniken, das Umsetzen von Ideen, die Kurse und der Austausch mit den Menschen begeistern den Dornbirner.

Inzwischen hat der 78-Jährige 14 Krippen unterschiedlicher Stile zum Leben erweckt. “Es könnten auch noch mehr sein”, sagt er mit einem Schmunzeln. Doch nicht nur Einzelstücke, auch gemeinsame Werke entstehen. Mit Obmann Alois Rinderer hat Fred etwa eine orientalische Krippe gebaut, die während der Weihnachtszeit im Bischofshaus stand. Eine weitere Christkindl-Krippe wurde für die Kirche im Oberdorf geschaffen. Zum Aufgabenbereich zählt zudem das Reparieren und Restaurieren alter oder beschädigter Krippen. Fred und einige seiner Vereinskollegen unterstützen zudem Neu-Krippler in den Kursen beim Bauen. “Mitbringen muss man nur eine Idee, Arbeitsgeist und gute Laune. Material und Werkzeuge stehen bereit.” Bei schwierigen Details sind er und die anderen Experten stets mit Rat und Tat zur Stelle. “Bei den Helfern fehlt es leider an Nachwuchs, besonders seit der Corona-Zeit hat sich das zum Negativen verändert”, bedauert Fred. Er blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft: Das Interesse am Bau eigener Krippen wächst, die Kurse des Dornbirner Vereins sind stets ausgebucht. JH
Zur Person
ALFRED BRUNOLD
GEBOREN 18. Oktober 1947
WOHNORT Dornbirn
FAMILIENSTAND verheiratet mit Emma
BERUF Büroangestellter Firma Bösch
HOBBY Familie, Krippenbau, Lebensmittel sammeln für „Tischlein deck dich“