Volksschullehrerin bei Ironman erfolgreich

Laura Beer und das Äffchen auf der Schulter.
Bregenz Was einst als Idee für eine Facharbeit an der Pädagogischen Hochschule Feldkirch begann, ist für Laura Beer (27) aus Bregenz zu ihrer großen Leidenschaft geworden. Vor zwei Wochen sorgte Laura beim Ironman 70.3 in Erkner bei Brandenburg für einen besonderen Erfolg: Sie überquerte als schnellste Frau die Ziellinie. „An dieses Feeling kann man sich gewöhnen“, sagt sie und lächelt glücklich. Noch heute bekomme sie Gänsehaut, wenn sie an den Zieleinlauf zurückdenkt.
Vom Studium zum Triathlon
Dabei hatte Laura Beer zunächst kaum Erfahrung mit dem Triathlonsport, sie spielte damals Fußball. Im Rahmen einer Facharbeit im Fach „Wagen und Erleben“ an der PH Feldkirch kam sie gemeinsam mit einer Kollegin auf die Idee, beim Ironmännli in Lustenau an den Start zu gehen. Schwimmen und Radfahren waren für sie damals noch Neuland. „Ich lieh mir ein Rennrad aus und erkannte, wie cool das ist“, erzählt sie schmunzelnd. Von da an ging es schnell. In den Mittagspausen wurde trainiert, beim ersten Wettkampf lief es überraschend gut: Laura Beer wurde Zweite in ihrer Altersklasse. „Da dachte ich mir, dass das noch nicht alles gewesen sein kann.“ Sie begann gezielt mit einem Trainer und einer Ernährungsexpertin zu arbeiten. Aus einer spontanen Idee wurde Leidenschaft.

113 Kilometer voller Leidenschaft
Besonders die Mitteldistanz hat es ihr angetan. Durch ihren Partner Kevin, der ebenfalls Triathlet ist, kam sie zu den längeren Bewerben. Dabei stehen rund zwei Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer auf dem Rad und anschließend ein Halbmarathon, also 21 Kilometer laufen, auf dem Programm. „Das macht mir so Spaß. Das liegt mir einfach gut“, sagt Beer. Dafür trainiert sie konsequent, jeden Tag steht Bewegung auf dem Programm. Gleichzeitig macht sie ihren Master an der PH und unterrichtet nebenbei an einer Volksschule in Lustenau. Viel Zeit für Langeweile bleibt da nicht.


Das Äffchen auf der Schulter
Wenn die Beine schwer werden und die Gedanken zu zweifeln beginnen, meldet sich bei Laura Beer ihr persönlicher „Schweinehund“. Bei ihr hat er allerdings eine besondere Gestalt. „Das ist ein kleines Äffchen, das auf meiner Schulter sitzt und mir irgendwann einredet, dass ich zu langsam bin oder müde werde“, erzählt sie. Mittlerweile weiß sie, wie sie damit umgehen muss. „Ich sage ihm während des Rennens ganz klar, dass ich erst im Ziel wieder mit ihm rede“, sagt sie lachend. Beim Rennen in Erkner war dieses Äffchen ebenfalls dabei.


Boost auf dem Rad
Der Start beim Schwimmen lief nicht so rund wie erhofft, der See war wellig. Auf dem Rennrad konnte sie wieder Zeit wettmachen. In der Wechselzone hörte sie zum ersten Mal, dass sie als erste Frau angekommen war. „Ich habe gedacht, ich habe mich verhört.“ Beim abschließenden Lauf hieß es, die Position zu verteidigen. Ihr Freund feuerte sie vom Streckenrand an und auch von den Zuschauern bekam sie immer wieder zu hören, dass sie vorne lag. „Das hat mir einen regelrechten Boost gegeben“, erzählt sie. Sie konnte beim Lauf sogar noch vier Minuten herausholen. Dann war das Ziel erreicht und Laura Beer wurde als schnellste Frau des Rennens gefeiert. Der Hunger auf weitere Erfolge ist damit endgültig geweckt. Im kommenden Jahr möchte sie wieder international an den Start gehen. Dafür ist sie auch auf der Suche nach Sponsoren. „Ich freu mich auf alles, was da noch kommt“, sagt sie mit einem vielversprechenden Lächeln. BVS
Zur Person
Laura Beer
Geboren am 24. April 1999
Wohnhaft in Bregenz
Beruf: Volksschullehrerin
Familie: lebt in Partnerschaft mit Kevin