Das Umsteigen auf die Bahn ist in Vorarlberg künftig teurer

Mobilität / 10.06.2026 • 20:30 Uhr
Das Umsteigen auf die Bahn ist in Vorarlberg künftig teurer
Die Bahn als Nord-Süd-Achse führt nun allein im Rheintal durch drei Regios. Dies macht sich beim Fahrpreis mehr als spürbar.VN/Lerch

Der Verkehrsverbund muss viel Kritik für das neue Tarifsystem einstecken, vor allem entlang der Bahnlinie. Der Verbund sieht die Realität darin jedoch nicht abgebildet.

Darum geht’s:

  • Preise für Bahnfahrten in Vorarlberg steigen an.
  • VVV verfolgt Ziel der Tarifvereinfachung, 94 % der Fahrten innerhalb einer Zone.
  • Schülertickets werden teurer, vor allem da der Bund den Selbstbehalt anhob.

Feldkirch “Wissen Sie, was noch Schrott ist? Das sind die neuen Preise für die Öffis”, erklärt Daniel Zadra. Der Klubobmann der Grünen im Landtag war zu seinen Zeiten als Landesrat genau für dieses Thema zuständig. Nun ist es Landesstatthalter Christof Bitschi von der FPÖ.

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Kritisiert werden jene Fahrten, die über die Grenzen einer der neuen Regios hinausgehen: Wer von Hohenems nach Rankweil wollte, zählte bislang die Dominos entlang der Fahrtstrecke. Dies waren drei Dominos, das Tagesticket demnach sieben Euro teuer. Nun enden die Lokalzone von Hohenems wie auch die Regio 4 “Rheintal Mitte” bei Götzis. Damit braucht es ein Maximo-Ticket – um 18,40 Euro für den ganzen Tag oder 9,60 Euro für zwei Stunden. Dabei teilt sich das Rheintal in drei Regios: Regio 3 “Hofsteig/Rheindelta”, Regio 4 “Rheintal Mitte” und Regio 6 “Vorderland”. Und die Maximo gilt nur mehr bis Nendeln in Liechtenstein, nicht mehr bis Buchs in der Schweiz.

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ÖBB muss VVV-Preise übernehmen

Diese Preise gelten auch für die ÖBB, da im Gebiet eines Verkehrsverbundes dessen Tarife zur Anwendung kommen. Eine Bahnfahrt von Bregenz nach Hohenems, Feldkirch oder Nenzing und retour kostet damit also 18,40 Euro am Tag oder 9,60 Euro für zwei Stunden. Vor einem Jahr fuhr man bis zu acht Dominos weit immer günstiger, etwa von Bregenz bis Frastanz. Die Fahrt von Hohenems nach Bregenz war vor Juni mit 5,30 Euro fast um die Hälfte billiger.

Das Umsteigen auf die Bahn ist in Vorarlberg künftig teurer
Auch die ÖBB müssen die Tarife des Verkehrsverbundes übernehmen. Doch was hier bislang als “Eine Fahrt” betitelt ist, wäre an sich ein Zweistundenticket für ganz Vorarlberg. ÖBB Screenshot

Die ÖBB-App ist hier aber auch wenig hilfreich: Das Maximo-Zwei-Stunden-Ticket wird hier als Einzelfahrt betitelt, was es aber nicht ist. Hier will man zumindest nachbessern, künftig soll auch dieser Tarif als Stundenticket benannt sein.

Das Umsteigen auf die Bahn ist in Vorarlberg künftig teurer
Die neue Tarifwelt des Verkehrsverbunds mit den Regios. Wer weiter muss als in einen Nachbarort und dabei die eigene Regio verlässt, braucht ein Maximoticket um mindestens 9,60 Euro – auch mit der Bahn.VVV

So erklärt sich der VVV

Für den VVV ist das übergeordnete Ziel mehr Einfachheit und Übersichtlichkeit, um den öffentlichen Verkehr attraktiv zu gestalten, betont der Landesstatthalter Christof Bitschi. “Es wird einmal günstiger, es wird einmal teurer”, räumt Verkehrsverbund-Geschäftsführer Christian Hillbrand ein. Mit der Logik Lokal-Regio-Maximo setze man den Weg der Vereinfachung fort, den man bereits mit der FairTiq-App eingeschlagen habe. Mit den Dominos gab es auch Probleme: Wer ohne FairTiq-App von Lustenau nach Alberschwende wollte, musste sich zwischen zwei Wegen entscheiden, entweder über Dornbirn oder über Schwarzach, oder beide Dominos kaufen. Dies fällt nun weg.

Das Umsteigen auf die Bahn ist in Vorarlberg künftig teurer
Christian Hillbrand betont, dass 85 Prozent der verkauften Tickets 2025 auch 2026 nicht teurer wären.VN

Es stimme natürlich, dass es künftig für manche Routen wie etwa Hohenems-Klaus oder Rankweil-Frastanz teurer wird für Gelegenheitsfahrer. Aber: Das ist die Minderheit. Laut dem VVV sind 94 Prozent aller Einzel- und Tagesfahrten innerhalb einer Lokal- oder Regiozone. 85 Prozent der bisherigen Gelegenheitsfahrer werden es künftig günstiger oder gleich teuer als bisher haben. Und zwei Drittel bis drei Viertel aller Fahrgäste waren bereits mit einer Jahreskarte unterwegs, deren Preis stabil blieb. Und die Fahrtstrecke aus dem Rechenbeispiel der Grünen, Hohenems-Rankweil? Sie wurde im vergangenen Jahr etwa 300-mal als Einzel- oder Tageskarte nachgefragt, eine Seltenheit.

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Sprich: Auf dem Papier werden Rechenbeispiele teurer, die Realität schaue für viele Fahrgäste jedoch anders aus. Und ab 24 Tageskarten à 18,40 Euro rentiert sich die Maximo für ganz Vorarlberg auch früher schon.

Schülerticket

Das SchülerPlus-Ticket wird ebenfalls teurer. In der günstigsten Variante sind es nun 68 statt 43 Euro. Neben den Grünen ist auch die SPÖ Vorarlberg in einer Anfrage an das Land der Ansicht, dass die Tarifreform hier ihr Ziel verfehlt hat. Hier ist jedoch der Bund mitschuld: Gerade heuer wird der Selbstbehalt für die Schülerfreifahrt von knapp 20 Euro auf knapp 30 Euro angehoben, diesen musste man weiterreichen.

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