Schöner sparsamer Stromer

Motor / 23.08.2013 • 12:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Schräghecklimousine macht was her: 20 mm länger wie der „normale“ Prius und mit stärkeren Akkus ausgerüstet. Fotos: VN/Steurer
Die Schräghecklimousine macht was her: 20 mm länger wie der „normale“ Prius und mit stärkeren Akkus ausgerüstet. Fotos: VN/Steurer

So also sieht die Zukunft aus: Im kleinen Radius elektrisch, und das reicht echt lange.

Toyota. Am Ende blickt man verdutzt auf die Spritanzeige, die sich partout kaum bewegen wollte. Ist es am Ende wahr, wonach 25 Kilometer den Tagesbedarf der meisten Autofahrer schlicht unterschreiten? So weit kommt der Prius Plug-in-Hybrid nämlich elektrisch. Dann schaltet er um und rollt weiter.

Der Prius Plug-in zählt zu jenen Batterie-Benzinern, in der die Autobranche ihre realistische Zukunft erblickt. Wer hier Platz nimmt und den Akku vorher anderthalb Stunden geladen hat, rollt lautlos von dannen. Der 82 PS starke Elektromotor erledigt das klaglos. Aber einmal rauf auf den Gebhardsberg, und mehr als die Hälfte der Reichweite ist verbraucht.

Tritt man kräftiger aufs Gaspedal, mischt der 99 PS starke 1,8-Liter-Benzinmotor mit. Dann beschleunigt der Prius Plug-in kräftig. Drückt der Fahrer eine der beiden EV-Tasten für Stadt- und Überlandverkehr, zwingt er den Prius so lange in den Elektroantrieb, bis der Akku leer ist, oder bis er schneller fährt als 85 km/h. Das hört sich alles sehr vernünftig an und ist es auch. Zur Arbeit fahren, zwischendurch mal einkaufen und abends wieder heim – dafür ist der Prius Plug-in wie geschaffen. Seine Lithium-Ionen-Batterie ist kaum größer und auch nur um 50 Kilo schwerer wie das Nickel-Metallhybrid-Modell im normalen Prius. Dem Kofferraum bleiben 443 Liter Fassungsvermögen, das reicht vollauf.

Plus und Minus

Der Teufel liegt, wie immer, im Detail. So wird die Tankklappe für den Elektro-Ladeanschluss mit LED beleuchtet; das ist bei Nacht sehr hilfreich. Gleichzeitig ist das Kabel zwischen Stecker und Ladebox so kurz, dass dieselbe an der Steckdose baumelt und nicht am Boden abgelegt werden kann. Der Prius Plug-in hat eine gute Rückfahrkamera und die entzückende Eigenschaft, auf Knopfdruck automatisch einzuparken. Aber der Spoiler in der Mitte der Heckscheibe behindert die Sicht sehr. Bei schlechtem Wetter ist der untere Teil der Scheibe rasch blind. Der Prius Plug-in projiziert die Geschwindigkeit mittels Head-up-Display zusätzlich in die Frontscheibe, aber der Blinker hat keine Antippfunktion (einmal tippen, dreimal blinken). Und doch: In Sicherheit und Fahrverhalten bleibt der Prius Plug-in nichts schuldig. Der Wagen ist eine durch und durch sinnvolle Alternative. Das Umweltengagement muss einem freilich 38.000 Euro wert sein.

Negativ: Wenn die umweltschonende Zukunft so aussieht, sollte sie auch erschwinglich sein. Der Preis ist hoch.
Negativ: Wenn die umweltschonende Zukunft so aussieht, sollte sie auch erschwinglich sein. Der Preis ist hoch.
Positiv: Der Prius Plug-in punktet im Alltag mit einem fast unschlagbaren Spritverbrauch.
Positiv: Der Prius Plug-in punktet im Alltag mit einem fast unschlagbaren Spritverbrauch.
Geladen wird er an der normalen Steckdose.
Geladen wird er an der normalen Steckdose.
Der Fahrerplatz ist funktional und übersichtlich.
Der Fahrerplatz ist funktional und übersichtlich.

Fakten

Motor/Antrieb: 1,8-l-Vierzylinder, 99 PS + E-Motor, 207 Nm, Systemleistung 136 PS, Frontantrieb, stufenloses E-CVT-Getriebe

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h 11,4 Sekunden, Spitze 180 km/h; 2,1 l (49 g CO2/km), Testschnitt 4,2 l

Preis: ab 37.920 Euro, teuerste Version 44.220 Euro