Einsteiger auf dem Weg zum echten Kumpeltyp

22.07.2016 • 11:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eindruck: Durch Fensterfalllinie und in C-Säule versteckte Türgriffe wird Coupéform angedeutet, reichlich Konnektivität und Infotainment im Auto. Da der Tank unter den Vordersitzen ist, ergeben sich im Fond großzügige und flexible Stauraummöglichkeiten.

Eindruck: Durch Fensterfalllinie und in C-Säule versteckte Türgriffe wird Coupéform angedeutet, reichlich Konnektivität und Infotainment im Auto. Da der Tank unter den Vordersitzen ist, ergeben sich im Fond großzügige und flexible Stauraummöglichkeiten.

Geräumig, praktisch und flexibel will Hondas neuer Mini-SUV groß ankommen.

Honda. Die SUV-Offensive läuft und läuft und läuft – Outdoor-Look und kein Ende. Seit geraumer Zeit mischt auch Honda im Boom-Segment der kleinen Crossover-Typen mit dem Hochsitzer HR-V (High Rider-Vehicle) wieder mit. Was kann nun aber der augenfällig kantig-griffig geratene Japaner, der in seinem völlig neuen Autoleben (den HR-V gab’s Anfang der 2000er-Jahre schon einmal) ohne Allradantrieb auskommen muss?

Zuerst einmal lässt sich feststellen, dass der Mini-SUV von Honda mit einer Außenlänge von knapp 4,30 Meter im Stadtverkehr ein guter Verbündeter bei der Parkplatzsuche ist. Diese praktische Note behält der Nippon-Softroader auch im Innenraum bei. Der HR-V gibt sich wie ein komfortabler Pkw der Kompaktklasse, mit dem Vorteil der erhöhten Sitzposition. Sowohl vorne als auch hinten ist überraschend viel Bewegungsfreiheit vorhanden, dazu ist ein unverkrampftes Ein- und Aussteigen möglich.

Gute Zensuren verdient sich der Honda-Neuling auch beim Interieur. Das Cockpit ist sachlich-modern gestaltet, die Kunststoffflächen wirken wertig. Lenkrad, Schalthebel und andere Bedienelemente liegen gut in der Hand. Und was in heutiger Zeit ganz wichtig ist; in Sachen Konnektivität ist der HR-V auf aktuellem Stand. Das Infotainmentsystem auf Android-Basis ist über den 7-Zoll-Touchscreen mit etwas Fingerspitzengefühl leicht bedienbar.

Bei den inneren Werten versteht es der kleine Japaner, über zahlreiche Ausstattungsdetails Pluspunkte zu sammeln. Im VN-Test stand die vergleichsweise komfortabel ausstaffierte „Executive“-Version zur Verfügung. Bei der ist viel drin und dran, was das Autofahrerleben angenehmer und sicherer macht; angefangen vom Gestühl in Stoff-/Lederkombination und Panorama-Glasschiebedach über Zweizonen-Klimaautomatik und Rückfahrkamera bis hin zu City-Notbremsassistent und Spurhalteassistent sowie Kollisionswarnsystem. Was den HR-V zum praktischen Alltagsbegleiter macht, ist das Magic-Seat-Konzept im Fond. Er schwingt sich zum variablen Sitzklapp- und Lademeister mit einem Stauvolumen von 470 bis 1533 Litern auf. Der Mini-SUV packt ordentlich was weg, von der sperrigen Kommode vom Möbelabholmarkt bis hin zum Mountainbike.

Und wie fährt sich die vorteilhafte Familienpackung nun? Im Alltagsbetrieb zeigt sich, dass der HR-V mit dem 120-PS-Selbstzünder an Bord beileibe keine rollende Verzichtserklärung darstellt. Es geht auf Abruf sowohl auf Überlandfahrten als auch auf Autobahnetappen durchaus munter voran. Dazu passt auch, dass der allzeit unüberhörbare Dieseltyp moderate Trinksitten vorzuweisen hat.

Antritt im modernen Outfit: Der kantig geformte HR-V ist dem Zeitgeist auf der Spur. Fotos: vn/steurer
Antritt im modernen Outfit: Der kantig geformte HR-V ist dem Zeitgeist auf der Spur. Fotos: vn/steurer
Das Heck hat gleichsam den Bogen raus.
Das Heck hat gleichsam den Bogen raus.
Modisch geschwungene Mittelkonsole.
Modisch geschwungene Mittelkonsole.

Fakten

Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbodieselmotor, 120 PS, 300 Nm bei 2000 U/min, 6-Gang-Schaltgetriebe, Vorderradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 10,4 Sek., Spitze 192 km/h, EU-Norm: 4,0 l (104 g/km CO2), Testverbrauch: 5,7 Liter Diesel

Preis: Grundpreis: 21.490 Euro, Testwagen. 29.387 Euro.