Wohlgefällig ruht das Auge

14.04.2017 • 11:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eindruck nach 11.969 gefahrenen Kilometern: Der A3 bietet Allrad-Sicherheit in hochwertiger Verarbeitung. Die Schwächen des kompakten Ingolstädters: Vier Türen bedeuten geringeren Einstiegskomfort. Komplexe Navi-Logik.

Eindruck nach 11.969 gefahrenen Kilometern: Der A3 bietet Allrad-Sicherheit in hochwertiger Verarbeitung. Die Schwächen des kompakten Ingolstädters: Vier Türen bedeuten geringeren Einstiegskomfort. Komplexe Navi-Logik.

Strahlt einfach Qualität aus, unser Allrad-A3 in würdigem Nanograu metallic.

Audi. Man sieht es ihm an, dass er nicht zu den Schnäppchen zählt. Nichts wirkt billig an diesem Auto. „sport quattro“ in Reinkultur. Das würde man auch mit geschlossenen Augen so empfinden. An der Art, wie die Türen ins Schloss fallen, an der Ausformung der Sportsitze, am „Griff“ der Bezüge, an der Verarbeitung der Nähte. Die sind felsgrau und geben dem Interieur des guten Stücks eine besondere Note. Solches gilt auch für das Optikpaket „Titanschwarz Audi exclusive“ zum Preis von 631 Euro.

Wohlgefällig ruht das Auge auch auf den S-line-Rädern im „Fünf-V-Speichen-Design“. Die kosten zwar 1.514 Euro extra, wirken aber derart passend zum „sport quattro“, dass man sich den Nobel-Allradler ohne diese markanten Zierden, im Normal-Felgen-Kleid, gar nicht so recht vorstellen kann.

Graue Eminenz

Auch die mit 504 Euro in der Aufpreisliste stehenden abgedunkelten Scheiben geben der grauen Eminenz etwas Geheimnisvolles, auf das man nicht ohne weiteres verzichten möchte. Zudem, denkt man sich, ist so ein blickdichtes Auto besser abgesichert vor verbotenen Zugriffen in Zeiten wie diesen.

Dieser kurze Einblick in die Welt der Audi-Mehrausstattungen dient der Antwort auf die zweifellos interessante Frage, wie aus dem an sich schon nicht lumpigen Basispreis von 38.591 Euro ein „Gesamtlistenpreis“ von nahezu 50 Tausendern (49.155 Euro) für ein Kompaktauto entsteht.

Es gibt eben immer noch das eine oder andere, das sich hervorragend ins sport-quattro-Bild fügt wie beispielsweise das Businesspaket einschließlich der hochwertigen „MMI Navigation plus“ zum schon etwas schmerzvolleren Kostenpunkt von 2642 Euro. Zwar teuer, aber auch schwer verzichtbar, wenn man immer und überall gut bedient sein möchte, telekommunikativ.

Und was ist einem ein entspannter Rücken wert nach einer längeren Reise? 310 Euro für eine Vierwege-Lendenwirbelstütze? Mehr als dieser „Luxus“ fallen die 396 Euro für die allfällige „Anschlussgarantie fünf Jahre/100.000 km“ ins pragmatische Sicherheitsdenken.

Nicht einfach, das Sparen bei solchen Verlockungen. Möglich ist es trotzdem. Indem man sich die Frage der Notwendigkeit nach sorgfältiger Prüfung stellt. Also: ein paarmal hineinsetzen ins knackige Sportgestühl und wieder herausklettern. Ob es nicht mit einer komfortableren Variante auch ginge? Zumal die vier Türöffnungen für stattlich gebaute Menschen nicht gerade üppig bemessen sind.

Schwer zu ignorieren ist die Business-Ausrüstung, vor allem dann, wenn man wirklich voll drinsteckt im Business. Und schon gar nicht, wenn man ein Herz hat fürs Net Working. Aber ein vorbeugender praktischer Test des Virtual Cockpit kann auf keinen Fall schaden. Er weitet den Blick im Interesse der eigenen Möglichkeiten.

Kompakter Allradler. Der Audi A3 bewährt sich im VN-Dauertest als zuverlässiger Begleiter. Fotos: Oliver Wolf
Kompakter Allradler. Der Audi A3 bewährt sich im VN-Dauertest als zuverlässiger Begleiter. Fotos: Oliver Wolf

Fakten

Motor/Antrieb: 2,0-Liter-Turbodiesel, 150 PS Leistung, 340 Nm Drehmoment, Sechsgangschaltung, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden, Spitze 214 km/h; Normverbrauch 4,8 l (125 g CO2/km), Testverbrauch 6,3 l

Preis: 38.591 Euro, Testfahrzeug 49.155 Euro.