Ein Sportler wie früher: So gut ist der neue Toyota Supra

08.06.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

VN-Fahrbericht: Toyota bringt mit dem Supra einen Sportwagen reinster Prägung.

Schwarzach In der Japan-Autoszene ist der Supra Kult – wenn inzwischen auch mit etwas Patina: Seit dem Dahinscheiden des letzten Modells sind beachtliche 17 Jahre vergangen. Dass die Wiederauferstehung unbedingt die gleichen Konstruktionsmerkmale aufweisen sollte wie der Vorgänger, spricht für das
Traditionsbewusstsein im Hause Toyota. Reihen-Sechszylinder vorne in Kombination mit Heckantrieb sind aber rar – die Zusammenarbeit mit BMW als derzeit einzigem Anbieter dieser Technik also naheliegend.

Man stimmte gemeinsame Parameter ab, etwa Radstand und Spurweite, Motor, Getriebe und Hinterachse. Mit dieser Grundausstattung machten die beiden Firmen dann alleine weiter. Erst bei Magna in Graz treffen sich die Projekte wieder, wo sie nun parallel vom Band laufen. Der bayerischen Linie dieser Kooperation ist der neue BMW Z4 entsprungen, der bereits einiges Lob eingeheimst hat: ein sportliches Cabrio, viel ernsthafter als sein Vorgänger, fahrdynamisch ausgelegt. Man durfte gespannt sein, was die Japaner aus den gleichen Zutaten machen würden.

Kurz gesagt: Sie haben das denkbar Beste rausgeholt. Dass sich BMW das nicht getraut hat, ist zwar irgendwie traurig, aber Weltmarkt und Stückzahldiktat verlangen eben Kompromisse. Die japanischen Ingenieure durften sich offenbar ungehemmt austoben – Toyota wollte keinen Umsatzbringer, sondern einen Imageträger. Der ist ihnen, das ist neidlos einzugestehen, ausgezeichnet gelungen. Nicht nur äußerlich mit der fließenden Kombination von klassischen Schwüngen und Zitaten der letzten Supra-Generation oder im ergonomisch tadellos gelösten Cockpit mit zentralem Digitaldrehzahlmesser und passgenauen Schalensitzen.

Souverän im Handling

Wofür der Supra wirklich steht, offenbart er schon beim Anfahren: Das ganze Setup von Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk ist konsequent direkt und präzise: Antrittstark, leichtfüßig und dennoch souverän im Handling. Dazu mit einer Fading-resistenten Bremsanlage ausgestattet, die kräftig zupackt und dennoch genau dosierbar bleibt. Gegenüber dem nahen Verwandten Z4 M40i mit gleicher Leistung ist das Nippon-Coupé immer eine Klasse sportlicher und dynamischer unterwegs – der Abstand ist gefühlt deutlich größer, als die 0,2 Sekunden weniger für den Spurt von null auf hundert ausdrücken können. Auch die Fahrmodi-Auswahl spricht Bände: Bei Toyota gibt es Normal und Sport – wobei Normal etwa dem entspricht, was bei BMW unter Sport firmiert. Auf Eco- und Comfort-Modus wie im BMW verzichtet der Supra, dafür ist bei ihm im Sportmodus wirklich die Sau von der Kette: Eine derart feingewuchtete Fahrmaschine ist in dieser Preisklasse derzeit nirgendwo zu finden.

Die Serienmitgift ist mit Achtgang-Automatik, elektronischem Sperrdifferenzial und aktivem Fahrwerk bereits überkomplett, das optionale Gran Turismo-Paket enthält neben etwas digitalem Aufputz auch eine Lederausstattung. Zum Marktstart am 6. Juni sind die heuer für Österreich zugeteilten 33 Stück bereits ausverkauft. VN/Stefan Pabetschitz

Toyota Supra

Motor/Antrieb 3-Liter 6-Zylinder mit 340 PS, 8-Gang-Automatik, Hinterradantrieb mit elektronischem Sperrdifferenzial

Fahrleistungen/Verbrauch/Preis 0 auf 100 in 4,3 Sek; Spitze bei 250 km/h, Verbrauch 7,5 l Preis 71.900 Euro

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