Reha-Klinik Montafon: Wie es nach dem Verkauf durch die VAMED weitergeht

Reaktionen pendeln zwischen beschwichtigen und befürchten.
Schwarzach Die einen beschwichtigen, andere befürchten: Fakt ist, dass der Verkauf der VAMED-Reha-Kliniken, zu denen auch jene in Schruns gehört, für ordentliches Rumoren sorgt. Die Klinikleitung verwies auf VN-Anfrage an die VAMED-Verantwortlichen in Wien. Von dieser Seite wird beteuert, die Neuordnung habe keine Auswirkungen auf den Betrieb, die Versorgung der Patienten oder die Mitarbeitenden. „Alle Teams bleiben unverändert“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Vielmehr sehe man eine vielversprechende Zukunft durch den vollen Fokus auf die gezielte Weiterentwicklung des Rehabilitationsangebots.
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Skeptisch ist Georg Posch, aktuell Geschäftsführer des Arbeitskreises für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) und ehemals Geschäftsführer der Rehaklinik Montafon. Er bestätigt das Übernahmeinteresse des aks an der Einrichtung in Schruns mit dem Ziel, die Reha-Angebote im Land zusammenzuführen. Einzeln würden die Häuser nicht verkauft, bekam er stattdessen beschieden.
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Rechtliche Prüfung
Bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) als federführendem Sozialversicherungsträger wiederum sind Experten damit beschäftigt, allfällige Auswirkungen der Änderungen in der Gesellschafterstruktur der Rehakliniken auf die vertragliche Situation zu prüfen. „Wir sind natürlich bestrebt, dass ein neuer Investor auch weiterhin für unsere Patientinnen und Patienten zur Verfügung steht und bestehende Verträge übernommen werden“, betont auch ÖGK-Landesstellenvorsitzender Manfred Brunner. Auf der Webseite der Reha-Klinik Montafon weist indes nichts auf die Übernahme durch den französischen Investor PAI hin. Nach wie vor wird die VAMED, bis vor Kurzem noch Österreichs größter Gesundheitsdienstleister, als Eigentümer geführt. Das Haus wurde 2010 eröffnet und 2021 um 60 auf 215 Betten erweitert. Das Angebot umfasst die orthopädisch-traumatologische, kardiologische, neurologische und neurochirurgische Rehabilitation sowie die psychische Gesundheit. Mehr als 170 Mitarbeitende kümmern sich um das Patientenwohl.

Im Fachjargon nennt sich das nun abgestoßene Geschäftsfeld Post-Akut. In Österreich umfasst die Reha-Sparte 17 verschiedene Einrichtungen. Bislang war der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius Mehrheitsaktionär der VAMED. Er wird nach dem Verkauf an PAI (67 Prozent) noch 33 Prozent halten und „damit die Kontinuität sicherstellen“. Serviceorientierung, beste Behandlungsergebnisse und die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden weiterhin im Vordergrund stehen, bekräftigt VAMED in seinem Schreiben.
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„Werden gut positioniert sein“
Der Käufer, die Beteiligungsgesellschaft PAI Partners, ist international tätig und investiert in lukrative Firmen. „Als eigenständiges Unternehmen und führender Anbieter für Rehabilitation werden wir gut positioniert sein, um die Versorgungssicherheit und Betreuungsqualität an den Standorten weiter auszubauen, um die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten noch besser zu erfüllen und gezielte Investitionen zu ermöglichen“, lässt die VAMED schriftlich ausrichten. Die geplante Transaktion unterliege der behördlichen Genehmigung und den üblichen Abschlussbedingungen und werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 abgeschlossen sein. Fresenius will, wie die Konzernleitung unlängst bekanntgab, die 33 Prozent, um an Wertsteigerungen zu partizipieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte Fresenius öffentlich von schweren strukturellen Problemen bei der VAMED berichtet. Ein Konsortium aus österreichischen Baukonzernen hat derweil unter anderem mehrere Thermen übernommen.
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Daten & Fakten
Objekt Reha-Klinik Montafon, Schruns
Architektur Lang Vonier Architekten ZT, Schruns und Zellinger Gunhold & Partner ZT, Linz; www.lang-vonier.com; www.zgp.at
Statik Mader & Markus Flatz ZT, Bregenz
Fachplanung Bauphysik: BDT IB, Frastanz; Technische Ausrüstung: VAMED, Linz
Planung 04/2017–01/2021
Ausführung 10/2018–04/2021
Objektdaten Gesamtgeschoßfläche: 14 740 m²
Bauweise Stahlbeton mit hinterlüfteter Holzfassade; Heizung mit Fernwärme
Ausführung Baumeister: Tomaselli-Gabriel, Nenzing; Zimmerer: Sutter, Ludesch; Schlosser: Geiger, Nenzing; Spengler: Carl Günter und IAT, Röthis; Innenausbau: Rudigier, Bludenz und Scheschy, Neufelden und Josef Feuerstein, Nüziders; Böden: Burtscher, Nüziders; Außenanlagen: Nägele, Röthis; u. v. m.
Energiekennwert 31,4–45,1 kWh/m² im Jahr (HWB)
Baukosten 15 Mill. Euro