Asylwerber wegen mehrfacher Vergewaltigung verurteilt

Acht Jahre Haft für 27-Jährigen, ob er in Österreich bleiben darf, ist noch offen.
Feldkirch Er schämt sich, verkriecht sich unter den Tisch, und auch bei der Urteilsverkündung macht er einen fast hypnotisierten Eindruck, als er das Strafausmaß versteht. Er bricht in Tränen aus. Er selbst sieht sich als völlig unschuldig. Es sei doch nur um Spaß gegangen, auch bei der 20-jährigen, mit der er Sex hatte. Auf dem angefertigten Video sieht man, dass sie wie leblos wirkt. Dass sie „Spaß“ hatte, glaubt niemand. Der Senat geht davon aus, dass sie von dem Angeklagten bewusst in diesen wehrlosen Zustand versetzt wurde. Das Thema K.O.-Tropfen, wobei darunter die verschiedensten Substanzen fallen, ist wieder einmal gegenwärtig. Auf das Video kam man nur durch Zufall, sonst hätte man von dem Opfer nie erfahren. Als die Frau damit konfrontiert wurde, wusste sie von nichts, brach in der Vernehmung völlig zusammen.
Auch Buben missbraucht
Auch auf anderem Wege organisierte sich der Afrikaner sexuelle Befriedigung. Im Internet kontaktierte er junge Männer, Teenager. Bot günstige Haarschnitte an und lockte sie zu sich. Zum Teil in seine Asylunterkunft, zum Teil in seine Wohnung. Zum Teil bot er Geld für sexuelle Dienste. Einen 15-Jährigen versuchte er zu vergewaltigen. Der Junge trug laut Gutachten ein derart schweres Trauma davon, dass dies einer schweren Körperverletzung gleichzuhalten ist und den Strafrahmen bis auf 15 Jahre anhebt. Opferanwalt Danjel Nikolic kann für den Jungen ein Schmerzengeld von 22.400 Euro erkämpfen. Einem anderen Opfer werden 4000 Euro zugesprochen. Ob die Opfer je einen Euro sehen, ist allerdings fraglich. Die nächsten acht Jahre, so das Urteil rechtskräftig wird, verbringt der bislang Unbescholtene hinter Gittern.

Chor und Feuerwehr
Dabei war der junge Mann gut integriert. Er sportelte in einem Fitnesscenter, spielte Fuß- und Handball, sang in einem Chor und engagierte sich bei der Feuerwehr. Mit zehn Jahren lebte er in Afrika bereits allein, schaffte es über Marokko und Spanien nach Österreich. Dennoch ließ er sich jetzt eine ganze Reihe schwerer Straftaten zu Schulden kommen. Insgesamt gibt es vier Opfer, drei Mal wird er wegen Vergewaltigung verurteilt. Dazu kommt das Anfertigen von Bildern bei den sexuellen Handlungen und der Besitz von Kinderpornos. Die Haftstrafe von acht Jahren unbedingt ist auch dem Umstand geschuldet, dass es keinerlei Reue, Einsicht oder Geständnis gab. „Sie sehen sich selbst als Opfer“, hieß es in der Urteilsbegründung der Vorsitzenden, Silke Sandholzer.