Petition gegen Förderkürzungen

01.02.2026 • 14:15 Uhr
Petition gegen Förderkürzungen
Steigende Beiträge in der Kinderbetreuung könnten Familien künftig vor neue finanzielle Herausforderungen stellen. APA/HANS KLAUS TECHT

Landesverband für Elementarpädagogik will Kehrtwende in der Betreuungspolitik.

Lustenau Die geplanten Änderungen bei der Förderung für die Betreuung Dreijähriger und die Einführung gedeckelter Elternbeiträge für Drei- bis Fünfjährige hat auch den Landesverband für Elementarpädagogik auf den Plan gerufen. Die Wahlfreiheit werde eingeschränkt, Familien müssten mit deutlich höheren Kosten rechnen, und die privaten gemeinnützigen Betreuungseinrichtungen würden massiv unter Druck geraten, warnt Obfrau Manuela Lang. Um der Forderung nach „fairen, tragfähigen Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren und die Qualität frühkindlicher Bildung langfristig sichern“ zu untermauern, wurde eine Petition gestartet. Sie hat nach gut einer Woche schon rund 1280 Unterschriften gebracht. Lang ist zufrieden, hofft jedoch auf mehr. Ob der Wunsch, sich damit beim Land entsprechend Gehör verschaffen zu können, in Erfüllung geht, bleibt dahingestellt, aber: „Wir wollen alles versuchen!“ Vor allem soll über die Folgen dieser Maßnahmen aufgeklärt werden.  

Ich weiß nicht, ob sich wirklich viel ändern würde. Denn Bürgermeister zu sein ist ein sehr herausfordernder, verantwortungsvoller Job und ich finde, Kurt Fischer hat das bisher sehr gut gemacht. Ich glaube aber auch, dass man als Bürgermeister oder Bürgermeisterin in vielen Punkten klarer und straffer werden darf und seine Position in gewissen Situationen stärker beziehen darf und ich glaube, dass ich so eine Person wäre. Manuela Lang, SPÖ
„Nun müssen Eltern mit Mehrkosten von über 100 Euro rechnen oder auf einen Platz im öffentlichen Kindergarten hoffen“, verdeutlicht Manuela Lang.

Sorge um private Träger

Wie berichtet, werden die Förderbeiträge für dreijährige Kinder in privaten Einrichtungen ab dem kommenden Kindergartenjahr sukzessive gekürzt. Bislang kostet ein Platz die Eltern um die 50 Euro monatlich, den Rest von etwa 200 Euro legt das Land drauf. „Nun müssen Eltern mit Mehrkosten von über 100 Euro rechnen oder auf einen Platz im öffentlichen Kindergarten hoffen“, verdeutlicht Manuela Lang. Dort bleiben die Kosten mit 46 Euro nämlich gleich. „Diese Regelung hebelt die bisherige Wahlfreiheit aus“, kritisiert Lang. Die privaten Träger ihrerseits dürfen Eltern maximal 53 Euro verrechnen, während sie selbst nur noch um die 80 Euro erhalten. Die Differenz bleibe an den Trägern hängen. Manuela Lang fürchtet, dass private Einrichtungen den Betrieb einstellen müssen oder keine Dreijährigen mehr aufnehmen. „Wollen wir eine Zwei-Klassengesellschaft in der Betreuung?“, fragt sie. Die Unsicherheit belaste auch das pädagogische Personal: „Wer heute nicht weiß, ob seine Einrichtung in zwei Jahren noch existiert, kann keine stabile Arbeit leisten.“

Wirkung sichtbar machen

Die Obfrau des Landesverbandes für Elementarpädagogik wünscht sich, dass die Gemeinden herwärts schauen. Sie können bekanntlich aus Bedarfszuweisungen auch private Betreuungseinrichtungen fördern. Unabhängig davon wird eine „klare Kehrtwende in der Betreuungspolitik des Landes Vorarlberg“ gefordert. Das heißt unter anderem, Rücknahme der Förderkürzungen und weiterer Einschnitte bei der Tarifharmonisierung, gleiche Elternbeiträge für Dreijährige in allen Einrichtungen sowie echte Wahlfreiheit für Familien, unabhängig vom Einkommen. Die Online-Petition sowie eine Social-Media-Kampagne mit Statements von Eltern, Pädagoginnen und Betroffenen sollen sichtbar machen, was diese Entscheidungen im Alltag tatsächlich bedeuten.