Josef Geser: Er kannte Egg bis in den letzten Winkel – und die Egger kannten ihn

Am 23. Jänner 2026 verstarb Josef Geser aus Egg, der als früherer Gemeindemitarbeiter vielen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Egg bekannt war.
Von Gertrud Geser
Egg. Josef wurde am 8. Februar 1940 als ältestes von fünf Kindern der Familie Geser zum Sutter geboren. Nach der achtjährigen Volksschule fand Josef bei Familie Reichmuth in Lauterach eine Stelle als Knecht in der Landwirtschaft, später auch an verschiedenen Stellen in Lingenau und Balderschwang. Nach dem frühen Tod seiner Eltern 1952 und 1962 übernahm er die elterliche Landwirtschaft und führte sie mit Unterstützung seiner Brüder weiter.

Nach der Aufgabe der Landwirtschaft bekam Josef im Frühjahr 1974 eine abwechslungsreiche Arbeit im Bauhof der Gemeinde Egg. Er war als Lkw-Fahrer tätig und somit auch im Winterdienst im Einsatz. Auf den gemeindeeigenen Baustellen war er auch als Handarbeiter tätig. Durch diese Arbeit kannte er die Gemeinde bis in den letzten Winkel, alle Weiler sowie die meisten Bewohner, und die Leute kannten ihn. Ein besonderes Erlebnis war für ihn, als die Gemeindegrenzen neu vermessen wurden und er als Begleiter für die Vermessungsbeamten mitgehen durfte. Mit 60 Jahren durfte er die Pension antreten. Privat war er gerne im Wald, richtete Holz für den Eigenbedarf und zum Verkauf und pflegte den Wald.
Bei einem Spitalsaufenthalt in Hohenems lernte er Resi Spitaler aus dem Burgenland kennen, die dort arbeitete. Im April 1965 wurde Hochzeit gefeiert, und bald wurde aus der Zweisamkeit eine Familie mit den Kindern Gertrud, Cornelia und Manfred. Doch bald starb die junge Mutter nach einer Krebserkrankung. Die Kinder kamen in Egg an Pflegeplätze bei den Familien Dorner und Köb, wo sie bis zur Selbstständigkeit ein gutes Zuhause hatten.
Der Vater blieb allein, bis er Gertrud Walter aus Thüringen kennenlernte, die er 1985 heiratete. Zwei Jahre später wurde Sohn Michael geboren. Nach schweren Zeiten konnte Josef noch einmal eine Familie erleben. Inzwischen durfte er sich an sechs Enkelkindern freuen – Simon und Lukas, Isabell und Laurin, Emil und Maximilian –, die ihm viel Freude brachten. 2018 verstarb seine Tochter Gertrud.

Josefs Hobbys waren bescheiden: Bergwanderungen, Kurzurlaube oder auch Mittagessen mit der Familie im Gasthaus. Josef war ein Mann vom alten Schlag. Dafür kannte er sich aus mit den alten Techniken, wie man Holzfuhren richtig bindet (ohne das “neumodische Zeug”, wie er die Zurrgurte nannte), kannte jeden Knoten, der sicher hält, wusste genau Bescheid, in welchem Sternzeichen welche Arbeit gemacht werden muss. Er bewahrte so ziemlich alles auf, was man vielleicht noch einmal brauchen könnte. Mit den neuen Medien oder einer Bankomatkarte wollte er sich nicht mehr befassen. Diese Dinge übergab er vertrauensvoll seiner Gattin Gertrud.

Nach verschiedenen Unfällen in jungen Jahren und im hohen Alter hatte Josef sich immer wieder gut erholt. Zuletzt musste er sich einer Herzschwäche, die man viele Jahre lang durch gute Behandlung im Griff hatte, ergeben. Nun darf er ausruhen von den Mühen dieser Welt: Am 23. Jänner 2026 ging er seinen Angehörigen nach einem langen Leben und kurzem Leiden in die Ewigkeit voraus. Sein Wunsch, daheim zu sterben, ist in Erfüllung gegangen.
Die Gottesdienste zur Verabschiedung unter Mitfeier vieler Menschen wurden gefühlvoll und wertschätzend gestaltet: die Totenwache von Herma Sutterlüty, der Verabschiedungsgottesdienst von Pfarrer Friedl Kaufmann. Mitgewirkt haben Sohn Michael mit dem Lebenslauf, Schwiegertochter Theresia (Lesung), die Enkel Lukas und Isabell (Fürbitten), Patenkind Angela (Schlusstext) und musikalisch das Chörle “sunnsitig” sowie Organistin Rosamunde.
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