Tino Murnig: Ein letztes Gitarrensolo

Die Musik war das, was Tino Murnig aus Götzis durch das Leben trug: Mit Musik konnte er sich ausdrücken, all die Lebensfreude, all seine Gefühle.
Von Melanie Knünz
Götzis Tino Murnig wurde am 7. September 1982 in Hohenems geboren – und seinen Eltern war rasch klar: Da kann jemand nicht lange stillsitzen. Tino war bereits als Kind ständig unterwegs, seine Bewegungs- und Lebensfreude waren ansteckend. Wenn er einen Raum betrat, war da sofort eine besondere Energie zu spüren.
Als Kind tobte er sich gerne beim Schwimmen in den Rheinauen aus. Nicht selten wurde sein Name ausgerufen, seine Eltern suchten ihn. Aber Tino war bereits als Kind überall beliebt und bekannt: Man wusste, wer Tino war und wo er hingehörte.

Immer in Bewegung und nie allein
Seine Neugier und sein Entdeckergeist begleiteten ihn sein Leben lang. Tino war gerne unterwegs: beim Wandern, beim Skifahren im Montafon, bei Ausflügen, beim Radfahren. Gesellige Feste und Feiern waren ihm das Liebste, denn Zeit miteinander zu verbringen und es „fein mitanand“ zu haben, diese Aktivitäten ließen ihn aufblühen. Auch Essen ging Tino gerne. Er wollte alles ausprobieren, von allem kosten, was das Leben bzw. die Natur so hergab: So wünschte er sich als Kind, lieber Chinesisch essen zu gehen, anstatt wie die meisten Kinder Schnitzel und Pommes zu bestellen.

Der junge Tino versetzte sich gern in Fantasie- und Abenteuerwelten: Er liebte Comics, sammelte Hefte, Hörbücher und Filme, die ihn durch seine Schulzeit von der Volksschule in Hohenems über die Sporthauptschule und das Polytechnikum in Dornbirn bis ins Erwachsenenalter hinein begleiteten. Nach der Schule begann er eine Lehre als technischer Zeichner und Werkzeugmaschineur bei der Firma Blum in Höchst.
Ski oder Snowblades? Hauptsache Spaß!
Bewegung draußen an der frischen Luft und Sport waren für den lebensfreudigen Tino Fixpunkte in seinem Leben. So radelte er 15 Jahre lang fast täglich nach Höchst zur Arbeit und zurück nach Hause. Zudem war er ein begeisterter Skifahrer und im Skiverein Götzis aktiv. Egal ob Ski, Snowblades oder Biken im Bikepark – Spaß musste es machen!

Tino war ein Lebemensch, wie er im Buche steht, immer gut gelaunt, für jeden Spaß zu haben und immer in Bewegung. Und so war es fast selbstverständlich, dass er „in Bewegung“ – beim Tischfußballspielen nämlich – auch seine zukünftige Ehefrau Margot kennenlernte und sich verliebte. 2008 wurde am Gardasee in kleiner, aber feiner Gesellschaft geheiratet und im Anschluss in Götzis ein Zuhause aufgebaut. Denn bald kamen Sohn Jason und Tochter Katelyn in sein Leben – Tinos Glück war vollkommen.
Laut und zugleich ruhig
Tinos Leben wirkte nach außen hin laut: Er liebte es, E-Gitarre zu spielen – zusammen mit seinen Freunden und gleich in mehreren Bands. Doch er war auch ein Mensch, der mit Ruhe und Bedacht sich auf das konzentrierte, was ihm wichtig war: seine Familie, seine Freunde. Auf Tino konnte man sich verlassen, brauchte man Hilfe, war er da. Seine Gitarre und die Musik begleiteten ihn immer. Am 8. Mai 2026 spielte das Leben ein letztes Gitarrensolo für Tino Murnig.
Begleitet durch: Bestattung Ammann
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