Nach dem Coup zum Table-Dance

25.06.2026 • 13:35 Uhr
Angeklager Einbrecher Bregenzerwald.jpg
Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Sabine Baldauf vor Richterin Lea Gabriel.Eckert

Junger Russe in Tresordiebstahl verwickelt und zu Haftstrafe verurteilt.

Feldkirch Der 23-jährige, am Landesgericht Feldkirch angeklagte Koch hat bereits zehn Eintragungen in seiner Strafkarte, auch Bewährungsstrafen hatte er noch zwei im Ausmaß von siebeneinhalb Monaten Haftstrafe offen. Angeblich wollte er arbeiten, bekam aber keine Genehmigung. Ob das stimmt, ist fraglich. Jedenfalls nimmt er regelmäßig Kokain, ohne Einkommen führt das rasch in finanzielle Schwierigkeiten. So kam es im vergangenen Jahr erneut zu mehreren Straftaten, zum Teil gemeinsam mit einem Komplizen.

Ein Tipp an den Komplizen

Das eine Mal stahl der Russe 5000 Euro aus der Kasse eines Geschäftes. Bei einem anderen Coup gab er einem Ganovenkumpel den Tipp, dass in einer Bregenzerwälder Gemeinde Geld und ein Tresor zu holen seien. Das macht ihn zum Mittäter, auch wenn er nicht selbst vor Ort war, als sein Komplize den Tresor mit 2700 Euro stahl. “Ich wusste von seinen Plänen”, so der Angeklagte.

Anschließend fand man den geöffneten Tresor in der Dornbirner Ache. Was den Tresor betrifft, ist der junge Mann unfreiwillig geständig. Seine Angaben reichen für eine Verurteilung, auch wenn er selbst davon ausging, dass man ihm für seinen Beitrag mit dem Tipp nicht viel anhaben könne. Auch den Diebstahl aus der Kasse räumt er ein.

Fette Beute

Richtig gut “geklappt” hat der Diebstahl in einer Dornbirner Wohnung. Dort befanden sich ausnahmsweise 6700 Euro in einer Schublade. Die Wohnung war für kurze Zeit nicht versperrt, diese Gelegenheit nutzte der 23-Jährige.

Zufällig sah der 36-jährige Sohn der Bestohlenen den Dieb durch ein Fenster. Der Dieb war bereits in der Wohnung seiner Mutter. Er stellte ihn zur Rede und der Eindringling war oder spielte “betrunken”. Er habe sich verirrt, suche die Zimmer von Tänzerinnen einer in der Nähe befindlichen Table-Dance-Bar, behauptete er. Der 36-jährige Zeuge sagte, der ungebetene Gast solle verschwinden, und er selbst glaubte die Geschichte. Erst als seine Mutter anrief und erzählte, dass 6700 Euro verschwunden seien, ging ihm ein Licht auf.

Schnell ermittelt

Nur durch einen Todesfall war zufällig so viel Geld in der Wohnung. Beileidskärtchen und ein finanzielles Polster für die nächsten Ausgaben waren in der Schublade des Wohnzimmers. Der Russe hatte die Nacht in der betreffenden Table-Dance-Bar verbracht und wollte “anschreiben” lassen. Die Bedienung fragte den Chef, schickte ihm ein Foto vom Gast und dachte, dass es sich allenfalls um einen Stammgast handeln könnte. Somit gab es ein Foto vom Angeklagten und man kam rasch auf ihn. Er wurde in U-Haft gesteckt. Das Urteil von insgesamt 28,5 Monaten Freiheitsstrafe ist rechtskräftig. Die Beute von 14.400 Euro muss er theoretisch zurückzahlen.