Wolfgang Ludescher: Leidenschaftlicher Musiker mit Magnetcharakter

Am 1. Juni verstarb Wolfgang „Wolfi“ Ludescher, eine Musikgröße, die über viele Jahre die Musiklandschaft im Dreiländereck mitgeprägt hat.
Von Alexandra Pinter
Feldkirch Wolfgang Ludescher, genannt „Wolfi“, kam am 6. Jänner 1965 in Höchst zur Welt und wuchs gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen wohlbehütet in Altenstadt auf.

Die Liebe zur Musik zeigte sich schon früh. Nach ersten Versuchen am Keyboard und am Akkordeon erwachte sein Interesse am Schlagzeugspielen und am Musizieren mit Gleichgesinnten. Der Grundstein für eine Band war somit gelegt. Schon mit 18 Jahren nahm er mit der Rockband „Voltage“ in Wien eine Schallplatte auf. Die Band hatte großen Erfolg.

Nach seiner HTL-Zeit und absolviertem Militärdienst in Salzburg startete Wolfi seine musikalische Laufbahn, beginnend mit dem Musikstudium an der Jazzschule in St. Gallen und erfolgreichem Abschluss im Jahre 1995. Er hatte die Gabe, sich begeistert und geschickt zwischen Klassik und Jazz zu bewegen und bekam auch dementsprechend positive Rückmeldungen dazu. Er war „der“ gefragte Schlagzeuger, ganz egal, ob es um ein Jubiläumskonzert im Festspielhaus oder einen Auftritt beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos ging. Bei einem davon wurde seine herausragende Leistung sogar mit einem Schulterklopfen durch Bill Clinton honoriert.

Als Lehrer der Musikschule „Mittleres Rheintal“ war er ergänzend im klassischen Bereich unterwegs. Auch in dieser Art von Musik, eingebunden in Opern und Operetten, war Wolfi zu Hause. Und wenn seine Lieblingsoper „Tosca“ auf dem Programm stand, hüpfte sein Musikerherz.
Aber dieses Herz schlug im ganz persönlichen Bereich noch für jemanden anderen, nämlich seine Edith. Er kannte sie bereits aus der Schulzeit „vom Sehen“ und später ergab es sich, dass sich ihre Wege wieder kreuzten. 1990 gaben sich die beiden in der Kirche Göfis das Jawort und damit begann eine gemeinsame und lebendig gestaltete Zeit.

Auch mit Opa Albert hatte Wolfi einen tatkräftigen Unterstützer für sein musikalisches Wirken. In Gemeinschaftsarbeit wurde der ursprüngliche Schweinestall zum Proberaum umfunktioniert und somit auch Platz für die zahlreichen Instrumente geschaffen. Als sehr aktiver Drummer mit täglich mehrstündigem Proben war der Verschleiß an Sticks, also Trommelstöcken, groß. Eine Lösung war jedoch bald gefunden: Wolfi drechselte sich sein Handwerkszeug selbst und „veredelte“ dieses in einer ausgedienten Waschmaschinentrommel mit Lack und persönlichem Logo. Edith kümmerte sich dann um das Finish und so war Wolfi immer bestens ausgerüstet. Ein einmaliges und gut funktionierendes Teamwork auch für alle weiteren Geschäftsideen und musikalischen Projekte wie Schlagzeug-Wettbewerbe mit Teilnehmern aus mehreren Ländern.

Als „Hansdampf in allen Gassen“ war Wolfi natürlich auch in seiner Freizeit sehr aktiv. So machte er beispielsweise während eines Türkei-Urlaubes hochmotiviert den Golfschein in Rekordzeit und war viele Jahre auch begeisterter Rundflugpilot am Flugplatz Hohenems. Mit seiner Lebendigkeit trug er manchmal auch das Herz auf der Zunge, verfehlte damit nahezu kein Fettnäpfchen und sorgte so für eine liebenswerte Aufmerksamkeit mit Erinnerungscharakter.
Am Morgen des 1. Juni 2026 gönnte sich Wolfi noch einen gemütlichen Morgenkaffee, schlief danach wieder friedlich ein und wachte nicht mehr auf. Ein herber Verlust für die Familie, besonders für seine Frau Edith, die viele Jahre an seiner Seite war, aber auch für all jene, die ihn kennen- und schätzen gelernt haben. Mit seiner Art zu leben und zu wirken hat er zahlreiche Spuren hinterlassen können – auch in den Herzen der Menschen.
Begleitet durch: Bestattung Ammann
Nachrufe in den Vorarlberger Nachrichten
Möchten Sie einen Angehörigen mit einem Nachruf würdigen? Dann kontaktieren Sie uns unter nachrufe@vn.at unter dem Betreff “Nachrufe”.
Weitere Nachrufe finden Sie hier.