Zoltán Trizsi – Mit musikbegeistertem Herz und viel Taktgefühl

Zoltán “Zoli” Trizsi lebte für die Musik. Seine Leidenschaft dafür konnte er als wertvolles musikalisches Erbe an viele Menschen weitergeben
Von Alexandra Pinter
Ludesch Zoltán kam als Jüngster der drei Trizsi-Kinder auf die Welt – in Miskolc, der viertgrößten Stadt Ungarns. Seine musikalische Begabung wurde Zoli, wie er gerne genannt wurde, bereits in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Paul war ein begeisterter Musiker und Chorleiter. Leider verstarb er, als Zoli gerade mal fünf Jahre alt war. Von da an kümmerte sich Mama Margit fürsorglich um das Wohlergehen und die Ausbildung der Kinder.

Zolis Flötenlehrerin erkannte schon früh sein außergewöhnliches Talent und förderte ihn dementsprechend. Nach einem kurzen “Geigenspiel-Schnuppern” wandte sich Zoli noch ergänzend dem Klavier, der Oboe und dem Chorgesang zu. Seine ersten Bühnenerfahrungen konnte er bald bei Auftritten mit dem Blockflötenensemble sammeln. Danach öffneten sich für ihn nach und nach weitere musikalische Türen, vom Béla-Bartók-Musikgymnasium bis zur Franz-Liszt-Musikhochschule in Budapest.

Als 23-jähriger junger Mann kam Zoli nach Vorarlberg. Er folgte damit seinem älteren Bruder Paul, einem ebenso begnadeten Musiker und gefragten Hornisten im Ländle.
Hier konnte Zoli seine Studien in Oboe und Blockflöte am Feldkircher Konservatorium weiterführen und gleichzeitig mit dem Unterrichten an den Musikschulen Rankweil und Bregenzerwald beginnen.
Das Jahr 1991 brachte ihm dann besonderes Glück: Er lernte seine Frau Alice kennen und lieben und mit ihren beiden Kindern Janka und Adam war der Familienverbund dann vollkommen.
In dieser Zeit konnte Zoli auch als Musikschullehrer Fuß fassen. Zuletzt unterrichtete er über 33 Jahre an der MS Bludenz. Getragen von seiner empathischen Art vermittelte er zahlreichen Musikschülern seine Begeisterung fürs Musizieren und die meisten davon werden sich noch gerne ans Belohnungszuckerl nach jeder Unterrichtsstunde erinnern.

Auch in der Harmoniemusik Ludesch wusste man Zolis feines Gespür für Menschen und Töne zu schätzen. Über 25 Jahre lang war er als Kapellmeister der ruhige und dennoch kraftvolle Impulsgeber. Er verstand es, mit viel Geduld und Herzblut musikalische Gesamtkunstwerke entstehen zu lassen und damit beeindruckende Konzerterlebnisse zu schaffen. Mit den Musikanten auf Augenhöhe zu sein war ihm stets wichtig, genauso wie die entsprechende Wertschätzung. Meist genügte ein aufmunternder Blick oder ein anerkennendes Nicken an der passenden Stelle.
Neben seinem musikalischen Wirken fand Zoli Ausgleich im Kreise seiner Familie, bei den regelmäßigen gemeinsamen Urlauben in seiner ungarischen Heimat und beim Kochen. Er probierte gerne mal was Neues aus und Spezialitäten aus der ungarischen Küche durften dabei nicht fehlen.
Seinen Weg zur Arbeit von Ludesch nach Bludenz legte er gerne auf seinem Drahtesel zurück – und das bei jedem Wetter. Wenn es etwas intensiver sein durfte, dann schwang er sich aufs Rennrad und dann ging es Richtung Bodensee, am liebsten nach Lindau – und dabei immer gut versorgt durch sein Müsliriegelsortiment.
Die Krebsdiagnose im September 2024 brachte eine große Wende und auch Veränderung – für ihn und seine Familie.
Motiviert durch seinen starken Willen und die Sorge um die Familie kam Aufgeben für ihn nicht in Frage. Und so versuchte er über zwei Jahre lang alles, um Zeit zu gewinnen. Es war ihm wichtig zu wissen, dass seine Lieben auch in Zukunft gut versorgt sind.
Seit dem 2. August fehlt nun er als liebevoller Ehemann und Familienvater, als geschätzter Lehrer und umsichtiger Kapellmeister.

Begleitet durch: Bestattung Stuchly
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