Eine Begegnungsort der Kreativität

OP / 05.07.2022 • 15:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Details wie ein Geländer aus alten Spindeln machen den Wollaschopf attraktiv für Kulturveranstaltungen.
Details wie ein Geländer aus alten Spindeln machen den Wollaschopf attraktiv für Kulturveranstaltungen.

Der Wollaschopf wurde erstmals mit dem allerhand-Markt bespielt. Weitere Veranstaltungen sollen folgen.

Kultur Dass der sogenannte Wollaschopf in Nenzing nach rund vierzig Jahren erstmals wieder bespielt wird, liegt vor allem an Thomas Hechenberger, Redakteur und Inhaber des Magazins allerhand: „Wir haben letztes Jahr zum ersten Mal unseren allerhand-Markt im Hirschengarten in Bludenz durchgeführt. Nicht zuletzt durch den Standort war unser Markt ein großartiger Erfolg. Nun haben wir im Walgau nach einer geeigneten Lokalität für den diesjährigen Markt gesucht.“ Bei der Suche fiel ihm der Wollaschopf in Nenzing auf, der sich im Besitz der Firma Getzner Textil AG befindet. „Ich habe sodann mit CEO Markus Comploj gesprochen, der von der Idee, das brachliegende Gebäude längerfristig einer kulturellen Nutzung zuzuführen, sofort begeistert war“, berichtet Thomas Hechenberger. Und auch Bürgermeister Florian Kasseroler zeigte sogleich großes Interesse an diesem zukunftsträchtigen Projekt mitten in Nenzing.

Historische Bedeutung

Die Firma Getzner Textil AG war in Nenzing schon sehr früh präsent. So wurde 1831 die „Obere Fabrik“ nach den Plänen des Winterthurer Architekten Heinrich Rieter gebaut, der Abbruch erfolgte 1986. Heute stehen an dieser Stelle die Ortsverbauung und der Ramschwagsaal. 1880 erfolgte der Baubeginn der „Unteren Spinnerei“ nach Plänen des Architekten Hilarius Knobel aus Glarus, zur Stilllegung kam es 1983. Heute befindet sich der Gewerbepark Walgau dort. In dieser Zeit entstand auch das Baumwolllager. In dem Baumwolllager wurden die aus aller Welt angelieferten Baumwollballen gelagert und bei Bedarf zur Verarbeitung in die Spinnerei transportiert. Um Preisschwankungen der Baumwolle und Lieferverzögerungen abzufedern, wurden große Mengen vorgehalten, um Produktionsausfälle zu vermeiden. Seit der Stilllegung der „Unteren Spinnerei“ in Nenzing wurde das Baumwolllager als Lagerhalle für die Getzner Textil AG und die betriebseigenen Kraftwerke verwendet. Anfang dieses Jahres wurden die Räumlichkeiten komplett ausgeräumt. Dieses ehrwürdige, im Zentrum von Nenzing stehende Gebäude soll nun für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Die sehr erfolgreiche Auftaktveranstaltung bot der allerhand-Markt, der Anfang Juni stattfand. Die Resonanz der vielen Besucher über den neuen Kulturort war äußerst positiv. Bereits am 25. Juni fand eine weitere Veranstaltung statt, nämlich ein Konzert der Big Band Walgau. Hierbei wurde die Veranda des Gebäudes bespielt, die Besucher nahmen im Garten auf Bänken und Stühlen Platz. Auch bei diesem Konzert erwies sich der Wollaschopf als idealer Veranstaltungsort.

Eine Spielwiese für Kreative

„Dieser circa 150 Jahre alte, im Herzen des Walgaus liegende Industriebau ist ein Teil der Geschichte der Firma Getzner und der Gemeinde Nenzing. Die ansprechende Architektur und das eindrückliche Ambiente sollen zukünftig ein kultureller Treffpunkt der Bevölkerung unserer schönen Region werden. Vorerst sollen ohne große Anpassungen die Möglichkeiten der Nutzung ermittelt werden. In enger Abstimmung mit der Gemeinde Nenzing und unter Einbindung der Bevölkerung sowie den ansässigen Vereinen des Walgaus soll dieser Veranstaltungsort entstehen“, zeigt sich Markus Comploj begeistert.

„Wir gründen derzeit den Verein ‚Wollaschopf Walgau‘“, erklärt Thomas Hechenberger. Die Räumlichkeiten und auch der Vorplatz sollen allen Interessierten, die der Region etwas Gutes tun wollen, zur Verfügung gestellt werden. Dabei liegt der Fokus auf eher kleinen, feinen Veranstaltungen. „Es soll eine Spielwiese für alle kreativen Menschen werden“, so Thomas Hechenberger. Von den Räumlichkeiten her bieten sich Workshops von Künstlern, Treffpunkte für Vereine, Ausstellungsflächen, Konzerte, Geburtstagsfeiern und noch vieles mehr an. Sowohl Thomas Hechenberger, Markus Comploj als auch Florian Kasseroler sehen viele potenzielle Nutzungsideen für das historische Gebäude und auch der idyllische Vorplatz bietet weitere Expansionsmöglichkeiten. „Die unglaublich tolle Resonanz bisher ermuntert uns sehr, weitere Veranstaltungsmöglichkeiten zu konzipieren und der kreativen Vielfalt im Walgau ein Podium zu bieten“, freuen sich Marion und Thomas Hechenberger. BI

Der Wollaschopf in Nenzing soll ein kultureller Treffpunkt werden.BI
Der Wollaschopf in Nenzing soll ein kultureller Treffpunkt werden.BI

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