Immer mehr Flüchtlinge im Jobmarkt integriert

Politik / 02.05.2019 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Appell an Integrationsfonds, mehr in Deutschkurse zu investieren.

Birgit Entner-Gerhold

Wien Ohne Deutschkenntnisse gibt es keinen Job. Das war zu Beginn der großen Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015 wohl die größte Herausforderung. Mittlerweile ebbe die Welle ab, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Gleichzeitig sinke die Flüchtlingszahl in der Mindestsicherung, ebenso wie jene in der Grundversorgung. Immer mehr Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte finden eine Arbeit. „Seit Beginn 2015 haben wir ungefähr 1700 Flüchtlinge am Markt untergebracht“, erklärt der Vorarlberger Flüchtlingskoordinator Anton Strini. Um einen Job zu finden, brauche es kein hohes Deutschniveau auf B1. Es reiche, wenn Anweisungen verstanden werden. Kombiniert mit der Arbeitsmarktlage hätten die Grundkenntnisse, die sich die Flüchtlinge angeeignet haben, ab 2016 für eine positive Entwicklung gesorgt. „Es ist uns auch gelungen, jene Leute unterzubringen, die weniger gut qualifiziert waren.“ Rund 60 Personen habe man pro Monat vermittelt, sagt Strini. Im September 2018 haben die Zahlen zwar leicht stagniert, nun aber steigen sie wieder. So waren Ende März 2040 Personen aus Syrien, Iran, dem Irak, Afghanistan, Pakistan, der Russischen Föderation und Somalia in Beschäftigung, Ende Februar waren es 2019 und Ende Jänner 1968.

„Trotzdem haben wir noch rund 1700 Flüchtlinge, die wir am Arbeitsmarkt integrieren müssen“, erklärt Strini. Rund 1100 von ihnen sind beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt, bei rund 200 weiteren sei zu erwarten, dass sie einen positiven Asylbescheid erhalten, die anderen seien arbeitsfähige Personen in der Mindestsicherung.

Im Durchschnitt dauere es knapp acht Monate, bis ein Flüchtling von der Mindestsicherung in die Berufstätigkeit wechsle. Am meisten kämen in den Bereichen Bau, Tourismus, Handel oder in der Leasingarbeit unter. Auffallend ist laut Strini aber, dass die Arbeitsmarktintegration von Frauen deutlich länger dauert als jene von Männern. Das liege unter anderem an der Kinderbetreuung und am kulturellen Hintergrund.

Der Flüchtlingskoordinator betont, dass es weiterhin wichtig sei, ausreichend in Beschäftigungsprojekte wie „Work 1st“ aber auch in Deutschkurse zu investieren. Deren Finanzierung hängt derzeit allerdings in der Luft. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) will dem Land statt der beantragten 1,5 Millionen nur eine Million Euro beisteuern. „Wenn das so ist, können wir ab Herbst im Prinzip keine Deutschkurse mehr anbieten“, erklärt Strini. Statt 66 wären nur noch 44 Kurse möglich. Ganz pessimistisch ist er aber nicht. Es sei im ÖIF bereits signalisiert worden, dass es doch mehr Geld geben könnte. Alles andere wäre inakzeptabel, sagt Landeshauptmann Wallner: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wir gehen davon aus, dass wir spätestens im Juni eine positivere Nachricht vom ÖIF bekommen.“ Ansonsten werde das Land gemeinsam mit dem AMS eigene Wege gehen. Weil „ohne Sprache, keine Integration“.