Rechte Siege und Ernüchterungen

27.05.2019 • 04:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Lega Nord von Innenminister Matteo Salvini wurden in Umfragen mehr als 30 Prozent gegeben. AFP
Der Lega Nord von Innenminister Matteo Salvini wurden in Umfragen mehr als 30 Prozent gegeben. AFP

Deutsche AfD ortet Dämpfer wegen FPÖ-Affäre.

Johannes Huber

Wien Alles in allem haben die Rechtspopulisten in Europa nicht nur triumphiert. Das verdeutlichten erste Hochrechnungen sowie Umfragen gestern Abend. Auswirkungen der freiheitlichen Video-Affäre ortete man bei der deutschen AfD: Sie kam laut ZDF auf etwas mehr als zehn Prozent. Bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren hatte sie 12,6 Prozent erreicht. Mehrere Mitglieder des Parteivorstandes sagten bei einer Wahlparty in Berlin, der Skandal um Heinz-Christian Strache (FPÖ) habe der AfD den Wahlkampf auf den letzten Metern erschwert.

Weiter zugelegt hat dagegen die Fidesz-Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Sie kam auf rund 56 Prozent der Stimmen, wie eine Umfrage des Instituts Nezopont zeigte. 2014 waren es bei der Wahl bereits 51 Prozent gewesen. In Frankreich sagten Hochrechnungen der Partei Rassemblement National von Marine Le Pen Platz eins wie schon vor fünf Jahren voraus. Mit 24,2 Prozent hätte sie das Niveau gehalten bzw. nur wenige Zehntelprozent verloren. Mit Platz zwei begnügen musste sich demnach die Partei von Staatschef Emmanuel Macron mit 22,4 Prozent. In Großbritannien wurde der Anti-EU-Partei von Nigel Farage ein Triumph in Aussicht gestellt. Ähnliches galt für Italien: Der Lega Nord von Innenminister Matteo Salvini wurden in Umfragen mehr als 30 Prozent gegeben. 2014 war sie bei der Europawahl gerade einmal auf 6,15 Prozent gekommen. Die rechten Parteien könnten im Europaparlament insgesamt künftig um 23 Sitze mehr haben bzw. über 177 von 751 Mandaten verfügen.