Junger Erfolg mit Klimaklage

Politik / 30.11.2020 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Martim, Cláudia, Mariana, Catarina klagten. GLAN
Martim, Cláudia, Mariana, Catarina klagten. GLAN

Höchstgericht gibt Beschwerde von Kindern gegen Österreich und 32 weitere Länder recht.

Strassburg Sechs Kinder und Jugendliche ziehen gegen den Klimawandel vor Gericht. Sie klagen gegen Österreich und 32 weitere Länder. Im September brachten die jungen Portugiesen ihre Beschwerde ein, nun nahmen sie eine wichtige Hürde: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschied, mit der Klage fortzufahren. Man werde der Beschwerde Priorität einräumen, teilte das EGMR mit. Die Länder müssen sich nun bis Ende Februar dazu äußern.

Anlass der Beschwerde waren die verheerenden Waldbrände von 2017 in Portugal, bei denen 110 Menschen ums Leben kamen. Die jüngste Klägerin ist die achtjährige Mariana aus Leiria, die älteste ihre 21-jährige Schwester Claudia. Die Schule ihres 17-jährigen Bruders Martim – der ebenso klagt – musste während der Waldbrände schließen. Das Feuer habe in ihrer Heimatprovinz Leiria großen Schaden angerichtet. In der Beschwerde heißt es, Wissenschafter hätten bestätigt, dass der Klimawandel eine Rolle bei den Waldbränden gespielt habe. „Es gibt mir viel Hoffnung zu wissen, dass die Richter die Dringlichkeit unseres Falles erkennen“, sagte der zwölfjährige André aus Lissabon, der auch zu den Klägern zählt.

Die Klageschrift wurde mithilfe der Organisation Global Legal Action Network (GLAN) erarbeitet. Die sechs Kinder und Jugendlichen werfen den EU-Staaten sowie Norwegen, Russland, Großbritannien, der Türkei, der Schweiz und der Ukraine vor, die Klimakrise verschärft und damit die Zukunft ihrer Generation gefährdet zu haben. Ziel der Klage ist, dass der EGMR die 33 Länder dazu anhält, ihre nationalen Klimaziele ambitionierter zu gestalten sowie die  Emissionen zu reduzieren. 

Erderwärmung droht

2020 wird voraussichtlich das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein. Wenn sich nichts ändert, sagen Prognosen einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen um drei Grad bis zum Jahr 2100 auf der ganzen Welt voraus. Dann ist die jüngste Klägerin 88 Jahre, André wird bereits 92 sein. Bereits vor eineinhalb Jahren musste er in Lissabon eine Rekordtemperatur von 44 Grad ertragen. 

„Es gibt mir Hoffnung zu wissen, dass die Richter die Dringlichkeit unseres Falles erkennen.“

Sofia und André erhoben ihre Stimme. GLAN
Sofia und André erhoben ihre
Stimme. GLAN
Anlass der Klage, die die Jugendlichen mithilfe des Global Legal Action Networks einbrachten, waren die Waldbrände 2017 in Portugal.AFP
Anlass der Klage, die die Jugendlichen mithilfe des Global Legal Action Networks einbrachten, waren die Waldbrände 2017 in Portugal.AFP

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