Verzweiflung und Hoffnung

Politik / 23.04.2021 • 22:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Katharina Weingartner spricht während des Drehs mit Kräuterexpertin Rehema Namyalo. Jana Fitzner/pooldoks
Katharina Weingartner spricht während des Drehs mit Kräuterexpertin Rehema Namyalo. Jana Fitzner/pooldoks

Doku “Das Fieber” beschäftigt sich mit der Malaria-Situation in Afrika.

Wien „Er starb innerhalb von drei Tagen. Mein Sohn wäre jetzt genau 18 Jahre alt.“ Mit diesen Worten einer Mutter über die Krankheit und den Tod des eigenen Kindes beginnt der Dokumentarfilm „Das Fieber“ der aus Feldkirch stammenden Regisseurin Katharina Weingartner (57), der sich mit Malaria auf dem afrikanischen Kontinent auseinandersetzt. Jährlich sterben Hunderttausende Menschen an der Krankheit, die meisten in Afrika. Covid-19 dürfte die Situation noch weiter verschlimmern. „Es handelt sich um eine anhaltende humanitäre Katastrophe“, sagt Weingartner im Gespräch mit den VN.

Die Regisseurin drehte ihre Dokumentation noch vor der Coronapandemie in Ländern wie Uganda und Kenia. Im Film kommen Protagonisten, darunter die Heilpraktikerin Rehema Namyalo, der Universitätsprofessor Richard Mukabana oder der Pharmakologe Patrick Ogwang zu Wort. Sie berichten aus unterschiedlicher Perspektive vom andauernden Kampf gegen den Parasiten, der noch immer so oft verloren wird.

Kritik an Pharmaindustrie

Kritisch blickt „Das Fieber“ auf die Rolle der Pharmaindustrie. Der Kampf gegen Malaria sei für sie zum Geschäft geworden, lautet eine Aussage des Werks. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang etwa auf den Schweizer Konzern Novartis, der Afrika zehn Jahre lang exklusiv mit dem Malariamedikament Coartem versorgte. Die kontroverse These: Es gibt längst einen günstigeren und einfacheren Ausweg aus der Krise. So propagiert die ugandische Heilpraktikerin Namyalo die Heilpflanze Artemisia annua als erfolgreiche Malariaprophylaxe. Doch zu verdienen wäre damit deutlich weniger. Tatsächlich fußen auch die gängigen Malariamedikamente auf einem in Artemisia enthaltenen Wirkstoff. Der bloße Einsatz der aus China stammenden Pflanze, in Form von Tee etwa, wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO abgelehnt. Sie könnte Resistenzen hervorrufen, so die Befürchtung. Weingartner stellt sich dieser Argumentation entgegen – Das Gegenteil sei der Fall. Sie verweist auf die mehr als 240 anderen Wirkstoffe in Artemisia annua, die auch von Kräuterexpertin Namyalo im Film beschrieben werden. Parasiten würden resistent, da sie nur einem Einzelwirkstoff ausgesetzt seien.

Afrikanische Perspektive

Die Aktivitäten der Weltgesundheitsorganisation und auch der Gates-Stiftung kommen in „Das Fieber“ nicht gut weg. Die Malaria-Hilfe der Gates-Foundation sei marktwirtschaftlich orientiert; andere Unternehmen folgten dem Beispiel und dominierten nun die WHO, lautet die Kritik. Lokale Gesundheitsprogramme und -initiativen aus Ostafrika kämpften hingegen ums Überleben. Zu den Vorwürfen Stellung nehmen dürfen die Institutionen aber nicht. Dieser Umstand hat der Regisseurin Kritik eingebracht. Der Zugang sei bewusst gewählt, um eine afrikanische Perspektive einzunehmen, erwidert sie. Afrikanerinnen und Afrikaner sollten für sich sprechen. „Außerdem handelt es sich um einen Kinofilm und um keinen journalistischen Beitrag.“

Für jene Zuseher, die sich darauf einlassen können, bietet „Das Fieber“ einen erschreckenden Blick auf eine tödliche Krankheit, die viele Länder in Geiselhaft hält. Dabei drängt sich die Frage auf: Könnte eine Lösung der Misere tatsächlich so simpel sein? Weingartner verzichtet weitgehend auf drastische Bilder, vielmehr setzt sie auf die Kraft der Erzählungen. Seine Mutter habe zwölf Kinder geboren, erzählt zum Beispiel der Lehrer Paul Mwamu. Die ersten sechs starben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichten. Erst später sei ihr klar geworden: Es war Malaria.

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Verzweiflung und Hoffnung

Deutsche Online-Filmpremiere (kostenlos) am Sonntag, dem Weltmalariatag, ab 17 Uhr unter https://fieber.wfilm.de