Corona verschwindet nicht mehr

Politik / 28.04.2022 • 04:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Corona verschwindet nicht mehr
REUTERS/Yves Herman

Infektionsgeschehen dürfte in absehbarer Zeit auf hohem Niveau bleiben.

Schwarzach Die Frage, ob wir uns am Übergang von einer Pandemie zu einer Endemie befinden, ist akademisch, wie der Gesundheitsexperte Armin Fidler bestätigt. Damit geht jedoch die Botschaft einher, dass eine gewisse Normalität einkehren könnte.

Für den Moment scheint das der Fall zu sein: Ob in Vorarlberg und den übrigen österreichischen Bundesländern oder in den Nachbarregionen in der Bodenseeregion, auffallend ist, dass sich das Infektionsgeschehen auf einem relativ hohen Niveau stabilisiert, kaum noch Patienten wegen Corona stationär behandelt werden müssen – und es so gut wie keine Beschränkungen mehr gibt. Zum Infektionsgeschehen hielt das Prognosekonsortium des österreichischen Gesundheitsminsiterium in ihrem gestrigen Bericht fest, dass es weiterhin rückläufig sei, sich die Geschwindigkeit des Rückgangs jedoch weiter verringert habe. Man gehe daher von einem Übergang zu einer konstanten Fallentwicklung aus.

Kritische Grenze

Gestern wurden für Vorarlberg 461 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche ausgewiesen. In den Tagen davor hatte es sich um ähnlich viele gehandelt. Als kritische Grenze hatten einst 50 gegolten. Das ist jedoch lange her. Mit Omikron ist gegenwärtig eine Variante vorherrschend, die zu vielen Fällen, gemessen daran jedoch wenigen schweren Erkrankungsverläufen führt. Vor einem Jahr war dies anders. Damals war die Zahl der bestätigten Infektionen zwei Mal größer, die der Spitalspatienten hatte sich jedoch in einer ähnlichen Dimension bewegt wie derzeit (33).

Corona verschwindet nicht mehr

Das Prognosekonsortium hat zwei Erklärungen dafür, dass es in absehbarer Zeit bei einem starken Infektionsgeschehen bleiben dürfte: Zum einen nehme der Immunschutz in der Bevölkerung ab. Eine Erkrankung oder eine Impfung ist oft schon länger her. Zum anderen würden sich die Lockerungen von Mitte April bemerkbar machen. Es werden mehr Ansteckungen möglich.

Neue Variante möglich

Endemie bedeutet laut Fidler vereinfacht ausgedrückt, dass die Entwicklungen erwartungsgemäß bleiben. Insofern sollte man vorsichtig sein: „Meine Angst ist, dass wir uns jetzt zum dritten Mal nach 2020 und 2021 einlullen lassen, ehe es im Sommer wieder losgeht und wir dann im Oktober und im November ein weiteres Mal den Scherben aufhaben“, so der Gesundheitsexperte.
Das Problem ist, dass auf die kältere Jahreszeit hin jedenfalls wieder mit mehr Infektionen zu rechnen ist, darüber hinaus aber eine neue Variante möglich ist. Wie ansteckend und gefährlich im Sinne schwerer Erkrankungsverläufe eine solche sein könnte, ist nicht absehbar. Umso mehr wird es laut Fidler darauf ankommen, rechtzeitig eine Auffrischungsimpfung vorzunehmen.