Evakuierungsaktion in Mariupol

Politik / 01.05.2022 • 22:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Begleitet von UN-Mitarbeitern gelangen evakuierte Personen in eine temporäre Unterkunft in Bezimenne in der Donezk-Region. Reuters
Begleitet von UN-Mitarbeitern gelangen evakuierte Personen in eine temporäre Unterkunft in Bezimenne in der Donezk-Region. Reuters

Ukraine-Krieg: Etwa 100 Personen konnten Stahlwerk verlassen.

kiew, moskau Für die Menschen in der vom russischen Angriffskrieg schwer zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol gibt es nach dem Start einer internationalen Evakuierungsaktion etwas neue Hoffnung. Ein Bus-Konvoi brachte am Wochenende mehrere Dutzend Zivilisten aus dem von russischen Soldaten belagerten Stahlwerk Asovstal. Beteiligt waren auch die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), wie ein IKRK-Sprecher bestätigte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer „ersten Gruppe von etwa 100 Menschen“, die evakuiert worden seien.

Nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass konnten in dem Gebiet rund um das Stahlwerk am Sonntag 40 Menschen gerettet werden, darunter acht Kinder. Am Samstag hatten nach russischen Angaben bereits 46 Menschen das Werksgelände oder Häuser in der Nähe verlassen können. Ukrainischen Angaben zufolge sollen allein in den Bunkeranlagen des Stahlwerks etwa 1000 Zivilisten eingeschlossen sein. Russland spricht von etwa 2500 Personen, insbesondere Militärs und ausländischen Söldnern. Russland hat Mariupol weitgehend eingenommen. Nach Schätzungen halten sich dort noch etwa 100.000 Bewohner unter katastrophalen Bedingungen auf. Die russische Regierung berichtete zugleich von weiteren Angriffen. Rund um Saporischschja seien Flugabwehrraketensysteme zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Im Gebiet Charkiw seien zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Die ukrainische Seite sprach von mehreren Verletzten. Konaschenkow bestätigte zudem einen Angriff auf einen Flugplatz von Odessa. Die ukrainische Armee beschoss nach eigenen Angaben mit Raketen die besetzte Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Dabei seien Luftabwehrkomplexe und eine Kommunikationseinheit zerstört worden, 42 russische Soldaten sollen getötet worden sein. Solche Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.