Rückschlag für das russische Militär

Politik / 09.11.2022 • 22:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Russland hatte Cherson in den ersten Kriegswochen besetzt. AFP
Russland hatte Cherson in den ersten Kriegswochen besetzt. AFP

Russische Truppen­ ziehen aus dem ­Gebiet Cherson ab.

kiew Angesichts der ukrainischen Attacken gibt Russland mit Cherson jetzt die einzige in dem Krieg eroberte Gebietshauptstadt auf. Die Truppen würden sich aus der Stadt und weiteren Teilen des dort besetzten Gebiets zurückziehen, kündigte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch an. Nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes sind auch andernorts die Probleme erheblich. So sei noch monatelang mit Nachschubproblemen über die bei einer Explosion beschädigte Krim-Brücke zu rechnen. „Die russischen Anstrengungen, die Krim-Brücke zu reparieren, gehen weiter, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie vor September 2023 vollständig funktionsfähig sein wird“, hieß es im täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London. 

„Das Leben und die Gesundheit der Soldaten der Russischen Föderation waren immer eine Priorität“, sagte Schoigu zur Begründung des Rückzugs. Der neue Kommandeur der russischen Truppen in der Ukraine, Sergej Surowikin, berichtete von zuletzt heftigem Beschuss der Ukrainer auf die Stadt Cherson und umliegende Ortschaften. Die Führung in Kiew reagierte skeptisch auf die Ankündigung aus Moskau. „Die Ukraine sieht keine Anzeichen dafür, dass Russland Cherson ohne Kampf aufgibt“, schrieb der Berater des Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, auf Twitter.

Russland hatte das Gebiet Cherson in den ersten Kriegswochen weitgehend besetzt und später ebenso wie andere Regionen völkerrechtswidrig annektiert. Bei heftigen Kämpfen soll der Gegner nach ukrainischen Angaben hohe Verluste erlitten haben. 

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.