Landesrätin kontert Dornbirn: “Investitionen nur in ein Landeskrankenhaus”

Nachdem sich Dornbirns Bürgermeister Markus Fäßler die Landesregierung attackiert, wehrt sich nun die Landesrätin.
Dornbirn, Bregenz Die Diskussion um die Spitalsreform spitzt sich zu. Während in den KHBG-Büros in Feldkirch und im Landhaus in Bregenz die Pläne für Zusammenlegungen von Stationen immer mehr Formen annehmen, schlägt man im Rathaus in Dornbirn Alarm: Wenn Zusammenlegung, dann nur nach Dornbirn. Bürgermeister Markus Fäßler kritisiert den Reformprozess mit scharfen Worten.
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“Der Prozess läuft nicht auf Augenhöhe ab”, beschwert sich Fäßler im VN-Gespräch. “Wir werden eingeladen als Stadt Dornbirn und wollen mit aktuellen Daten argumentieren. Und dann bekommt man alte Zahlen oder gar keine Zahlen. Protokolle werden irgendwann verschickt und sind unvollständig, die fachlich fundierten Einwände werden mit einem Lächeln abgetan.” Für ihn fehlt dieser fachlich fundierte Blick. “Wir hatten schon ein Konzept, das hieß ‚Mein Spital 2030+‘ und wurde 2020 beschlossen. Jetzt kommt ein neues Konzept, man schüttelt hemdsärmelig Zusammenlegungen raus, ohne fachliche Grundlage. Welches Konzept kommt dann in fünf Jahren?” fragt der Bürgermeister.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher widerspricht: “Das Konzept ‚Mein Spital 2030+‘ ist die Basis für alle Überlegungen, die wir jetzt anstellen. Wir sind mit der Stadt Dornbirn in einem sehr intensiven Austausch. Die Ergebnisse werden gerade fertiggestellt und im November kommuniziert.” Das geht viel zu schnell, sagt Fäßler. Und er betont: “Wenn Überlegungen im Raum stehen, die Versorgung auf einen Standort Nord und einen Standort Süd zu konzentrieren, dann kann der Standort Nord geografisch gesehen nur Dornbirn sein.”
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Rüscher entgegnet: “Jetzt setzen wir einmal den Prozess 2030 um und führen Fächer zusammen wie geplant. In den kommenden Jahren bewerten wir dann, wie es weitergeht. Dann kann es schon Sinn machen, das stationäre Setting in das eine Spital, das ambulante in ein anderes zu verschieben”, erläutert sie mit Blick auf Dornbirn und Bregenz. Und sie ergänzt: “Wenn wir die stationären Settings bündeln, dann nur in einem Landeskrankenhaus.”

KHBG-Chef Gerald Fleisch lobt das Stadtspital Dornbirn: “Es ist ein gutes Haus mit guter Kultur und tollen Mitarbeitern.” Die Struktur sieht er aber kritisch: “Es wird jetzt schon zu einem Teil nicht von der Stadt finanziert. Es ist anachronistisch, dass es ein Spital gibt, das völlig alleine dasteht. Das gibt es in dieser Form sonst nirgendwo.”
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Fäßler ist davon überzeugt, dass aufgrund des Prozesses das Stadtspital Dornbirn gestärkt werden müsse. “Wir haben viel investiert. Aber wenn man das Krankenhaus ausbaut, muss der Bettentrakt saniert werden. Um weiter in den Standort zu investieren, muss das Land mitmachen.” Ihm schwebt eine eigene Trägergesellschaft vor, an der das Land und die Stadt beteiligt sind, aber nicht die KHBG. “Zwei verschiedene Träger tun dem Land gut. Wenn man die Stärkung durchführt, braucht es aber das Land.” Rüscher hält nichts davon. Befragt nach der Idee, eine eigene Trägergesellschaft zu gründen, um in Dornbirn zu investieren, wiederholt sie: “Wenn wir bündeln, investieren wir nur in ein Landeskrankenhaus.”