Weiterhin ungewisse Zukunft für ehemaliges Gefängnis in Dornbirn

Seit drei Jahren steht das Gebäude leer. Jetzt gibt es zumindest erste Studien zur Nachnutzung.
Dornbirn, Feldkirch Die Justizanstalt (JA) Feldkirch platzt aus allen Nähten. Das knapp 120 Jahre alte Gebäude ist immer wieder überbelegt. Vor diesem Hintergrund hat die Entscheidung des Bundes, die Außenstelle der JA in Dornbirn zu schließen, für Empörung in der Landesregierung gesorgt. Heute, drei Jahre später, ist der Ärger noch nicht abgeklungen. “Die Schließung ist zwar zur Kenntnis zu nehmen, aber dazu gehört auch, den nun einzigen Standort entsprechend auszubauen und zu sanieren. Man kann nicht einfach den zweiten Schritt nicht machen”, richtet Sicherheitslandesrat Daniel Allgäuer Justizministerin Anna Sporrer aus. Was mit dem Gebäude in Dornbirn geschieht, ist auch noch nicht klar. Es steht seit Jahren leer. Nun gibt es zwar Studien, deren Ergebnis kennt aber bisher nur die staatliche Immobiliengesellschaft und die Stadt.
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Bauliche Mängel
Der Fokus der früheren Außenstelle lag auf Resozialisierung. Unter der damaligen Ministerin Alma Zadić musste sie 2022 aufgrund von Baumängeln und mangelnder Auslastung im Freigängerwesen schließen. Investitionen würden sich nicht mehr lohnen. Seit drei Jahren wird das Gebäude neben dem Dornbirner Bezirksgericht nicht mehr genutzt. Es befindet sich im Besitz der Austrian Real Estate (ARE), einem Tochterunternehmen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Die BIG ist mit über 2000 Liegenschaften einer der größten Immobilieneigentümer in Österreich. Vorwiegend handelt es sich um Schulen, Universitäten und Spezialimmobilien. Zu den größten Mietern zählen verschiedene Ministerien.
98 Prozent aller Liegenschaften seien vermietet, es gebe kaum Leerstand, betont eine Sprecherin der BIG auf VN-Anfrage. Nur: Das Gebäude in Dornbirn zählt nicht zu den vermieteten. Lange Zeit tat sich gar nichts. Im Vorjahr erstellte die ARE schließlich Studien zur Weiternutzung. Den Inhalt möchte man noch nicht kommunizieren, heißt es auf VN-Anfrage. “Die Ergebnisse wurden der Gemeinde im Dezember 2025 präsentiert. Die Stadt prüft unsere Vorschläge nun und wir warten auf die Rückmeldung.” Auch bei der Stadt gibt man sich bedeckt. Man bestätigt lediglich, dass es Gespräche gegeben habe. “Allerdings ohne ein konkretes Projekt vorzustellen.” Derzeit werde diskutiert, ob etwa Wohnraum geschaffen werden soll, fährt ein Sprecher der Stadt fort. Und er stellt klar: “Die Stadt hat derzeit kein Interesse, das Grundstück zu kaufen.” Dornbirn gehe davon aus, dass das Projekt der BIG mit der Stadt abgestimmt wird und sich im öffentlichen Interesse bewege. “Auch ohne finanzielles Engagement der Stadt Dornbirn.”
Schwierige Situation in Feldkirch
Die Landesregierung hatte das Ende der Außenstelle damals stark kritisiert und auf die ohnehin schon beengte und baulich schwierige Situation in Feldkirch hingewiesen. Der Standort, nun Vorarlbergs einzige Strafvollzugseinrichtung, gilt seit langer Zeit als sanierungsbedürftig. Wie die VN berichteten, ist ein kompletter Neubau aber auch weiterhin nicht abzusehen. Zwar hatte die frühere Justizministerin Zadić 2024 noch erklärt, dass die JA Feldkirch auf der Prioritätenliste ganz oben stehe. Mittlerweile, unter ihrer Nachfolgerin Sporrer und in Zeiten des Spardrucks, sieht die Lage aber anders aus.
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Landesrat Allgäuer kann diese Vorgangsweise nicht nachvollziehen. “Man müsste endlich die Generalsanierung andenken”, fordert er vom Bund. Dass die Außenstelle in Dornbirn geschlossen wurde, habe sicherlich den Druck in Feldkirch noch einmal erhöht. “Sie zu reaktivieren, halte ich zwar für illusorisch. Doch wenn man sie schon schließt, gehört Feldkirch räumlich so ausgestaltet, dass es für die Zukunft passt.” Er fordert ein Bekenntnis des Bundes, das Land werde jedenfalls darauf pochen.