Trump wird mit Spannung in Davos erwartet: Hochsicherheitszone direkt vor Vorarlbergs Haustür

Wenn US-Präsident Trump mit einer Rekord-Delegation zum Weltwirtschaftsforum nach Davos kommt, wird wenige Kilometer von Vorarlberg entfernt Weltpolitik unter Hochsicherheitsbedingungen gemacht. Radaranlagen, Eurofighter und Hunderte Soldaten sichern den Luftraum in unmittelbarer Nähe.
Darum geht’s:
- Trump wird am Mittwoch zum Weltwirtschaftsforum in Davos mit Spannung erwartet.
- Österreichisches Bundesheer sichert Luftraum über Vorarlberg.
- Grönland-Pläne von Trump sorgen für Spannungen.
Davos Während in Vorarlberg Hubschrauber starten und Radaranlagen laufen, wird wenige Kilometer entfernt Weltpolitik unter Hochsicherheitsbedingungen verhandelt. Wenn US-Präsident Donald Trump am Mittwoch zum Weltwirtschaftsforum (WEF) nach Davos reist, liegt der Schauplatz nur rund 15 Kilometer Luftlinie von der österreichischen Grenze entfernt. Die Nähe zum Schweizer Alpenort bleibt dabei nicht folgenlos: Vorarlberg ist direkt in das umfangreiche Sicherheitskonzept eingebunden.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.


Im Rahmen der Luftraumsicherungsoperation “Daedalus26” überwacht das Österreichische Bundesheer den Luftraum über Vorarlberg und Teilen Tirols. Rund 400 Soldatinnen und Soldaten sind allein im Land im Einsatz, österreichweit sind es etwa 1000 Kräfte. Mobile Radarsysteme, Hubschrauber – stationiert unter anderem am Flugplatz Hohenems – sowie militärische Flugzeuge wie der Eurofighter stehen bereit.
Ein eigenes Flugbeschränkungsgebiet wurde eingerichtet. Die Überwachung erfolgt in enger Abstimmung mit der Schweiz und Deutschland, verdächtige Flugbewegungen können auch grenzüberschreitend begleitet werden.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Rekord-Delegation
Trump wird am Mittwoch in Davos erwartet und reist mit einer US-Delegation in Rekordgröße an. Bis zu 300 Personen könnten Teil der Entourage sein, darunter mehrere Minister und enge Berater. In der Schweiz sind sogar bis zu 5000 Soldaten für Davos mobilisierbar. Der US-Präsident kommt mit der Air Force One, der mit einer Kommunikationszentrale und militärischen Mitteln zur Selbstverteidigung ausgerüsteten Präsidentenmaschine. Je nach Wetterlage erfolgt die Weiterreise von Zürich nach Davos per Helikopter oder im Autokonvoi.


Kommt Trump auf dem Landweg, sitzt er in seiner gepanzerten Präsidentenlimousine, dem sogenannten Beast – einem rund neun Tonnen schweren Fahrzeug mit kugelsicheren Scheiben, abgeschirmter Technik und medizinischer Notfallausstattung. Der Konvoi umfasst zahlreiche Begleitfahrzeuge, Anti-Terror-Einheiten und eine Ambulanz.

In der Luft wird er mit der Marine One, einem besonders umgerüsteten Black Hawk der US Marines, und amerikanischen und Schweizer Militärhubschraubern im Konvoi fliegen. Mit dem Präsidenten reist zudem stets der “Nuclear Football”, die Aktentasche mit den Atomstartcodes.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Grönland als politischer Zündstoff
Inhaltlich sorgt Trump bereits vor seiner Ankunft für Spannungen. Er kündigte an, Gespräche über eine mögliche Übernahme Grönlands führen zu wollen. Die Insel sei für die nationale und weltweite Sicherheit der USA “unerlässlich”. Brisant: Der US-Präsident verknüpfte den Streit zuletzt mit seinen gescheiterten Ambitionen auf den Friedensnobelpreis. In einer Nachricht an den norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre schrieb Trump, er fühle sich nicht mehr ausschließlich dem Frieden verpflichtet, nachdem ihm der Preis nicht verliehen worden sei. Zwar betonte er später, Frieden stehe weiterhin im Vordergrund, doch müsse die USA “die vollständige Kontrolle über Grönland” erlangen, um die Welt sicherer zu machen. Trump hatte angekündigt, mit beteiligten Parteien in Davos reden zu wollen.

Europa pocht auf Völkerrecht
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Dienstag im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums Trump davor gewarnt, die transatlantischen Beziehungen in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron warnte vor einer Abkehr von Regeln und internationalem Recht. Die Welt erlebe einen “Wandel hin zu einer Welt ohne Regeln, in der das Völkerrecht mit Füßen getreten wird und in der das einzige Gesetz, das zu zählen scheint, das des Stärkeren ist.”