Flugshow in Altenrhein kann stattfinden

Politik / 19.02.2026 • 11:42 Uhr
Flugshow in Altenrhein kann stattfinden
Die Patrouille Suisse wird im Sommer über das Rheintal fliegen. GEPA pictures

Die Republik Österreich und das Land Vorarlberg sehen keinen Grund, die Jubiläumsshow zu untersagen. Die Gemeindepolitik im Rheindelta reagiert irritiert.

Bregenz Seit September 2025 laufen die Abstimmungen auf beiden Seiten des Rheins zur geplanten Flugshow zum Jubiläum “100 Jahre Flugplatz Altenrhein”. Am Donnerstag gab das Land bekannt: Man habe keine Einwände gegen die Flugshow. Man sehe “wesentliche Anliegen berücksichtigt” und trage der Bedeutung des Jubiläums Rechnung.

Österreich stimmt zu

Im Mittelpunkt standen Lärm- und Siedlungsschutz sowie der Ablauf der Vorführungen. Laut dem Land Vorarlberg wurde das Programm angepasst. Demnach sollen Düsenflugzeuge zweimal für jeweils eine halbe Stunde zum Einsatz kommen. Zudem werde eine zentrale Forderung des Landes berücksichtigt: Bei einem Einflug in den österreichischen Luftraum sei das Überfliegen von Siedlungsgebieten “möglichst zu vermeiden”. Diese Vorgabe soll in die Verwaltungsvereinbarung zwischen dem zuständigen Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation und dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur der Republik Österreich aufgenommen werden.

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Gegenüber den VN gab das zuständige Ministerium zu verstehen, dass man diese positive Stellungnahme nach den bisherigen Abstimmungsgesprächen erwartete. “Grundsätzlich würde der Abschluss dieser Verwaltungsvereinbarung nach den finalen Abstimmungen zwischen der Schweiz und dem Land Vorarlberg zwischen dem zuständigen schweizerischen Ministerium und dem BMIMI erfolgen – aus Sicht des BMIMI den Wünschen der beteiligten Länder folgend mit einem positiven Ausgang.” Man werde daher den eidgenössischen Veranstaltern grünes Licht geben, die Planungen können fortgesetzt werden.

Widerstand der Gemeinden

Bisher waren vor allem die Anrainergemeinden im Rheindelta skeptisch und lehnten eine Ausnahmegenehmigung ab. Sie befürchteten, die Belastung der Flugshow tragen zu müssen, da die Flugstaffeln vor allem über Vorarlberger Luftraum fliegen sollten. Man sehe kein gutes Argument, warum Schweizer Kampfjets über Vorarlberger Wohngebiete für eine Schweizer Flugshow fliegen sollten, betonte Anfang der Woche der Höchster Bürgermeister Stefan Übelhör.

Flugshow in Altenrhein kann stattfinden
Stefan Übelhör spricht von einem fragwürdigen Alleingang des Landes. VN/Stiplovsek

“Von einer Abstimmung mit den Gemeinden kann man nicht reden”, widerspricht Übelhör der Darstellung des Landes. Beim letzten Gespräch hätten Höchst, Fußach und Gaißau ihre Ablehnung mit Verweis auf die schutzwürdige Bevölkerung und Naturräume bekräftigt. Die drei Rheindeltagemeinden seien wenige Minuten vor der Aussendung über den Entscheid informiert worden. Es handle sich hier um einen Alleingang des Landes. Für Übelhör ist es “interessant und höchst fragwürdig”, dass sich hier das Land im Gegensatz zu den Gemeinden positioniert.

“Damit stellt sich die schwarz-blaue Landesregierung gegen die Interessen der Gemeinden Vorarlbergs. Das ist ein absoluter Bruch mit dem bisherigen Weg. Das Land Vorarlberg hat sich stets hinter die Interessen der Gemeinden Fußach, Höchst und Gaißau gestellt”, zeigt sich auch der Grüne Klubobmann Daniel Zadra empört. “Die Kampfflugzeugshow wird zur Lärmschutz-Falle für Vorarlberg und die 15.000 Bewohnerinnen und Bewohner des Rheindeltas.”

Patrouille Suisse über dem Rheintal

Die Flugshow Ende August 2026 wird vermutlich der letzte Auftritt der Schweizer Kunstflugstaffel Patrouille Suisse in der Ostschweiz sein. Die Staffel wird 2027 ihre F-5E Tiger II gegen modernere Kampfflugzeuge tauschen und ab dann wieder eine rein reguläre Kampfflugstaffel sein. Die Veranstalter setzten dem Land Vorarlberg eine Frist bis Ende dieser Woche, ansonsten hätte man die Veranstaltung wegen Rechtsunsicherheit abgesagt.

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