Servicestellen unter der Lupe

Politik / 26.07.2026 • 11:31 Uhr
Gesundheitskasse ist auch in Krisenzeiten für Versicherte da. vn/stiplovsek
Das Vorarlberger ÖGK-Hauptquartier ist in Dornbirn verblieben. vn/stiplovsek

Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) prüft auch die sieben Standorte in Vorarlberg auf Effizienz und Frequenz.

Dornbirn Der Sparhammer hängt auch bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) tief. Es geht darum, das millionenschwere Defizit zu verringern, und dafür werden alle mögliche Maßnahmen sondiert. Jetzt sind die Servicestellen auf dem Prüfstand. Österreichweit gibt es 136 solcher Einrichtungen, in Vorarlberg sind es sieben. Landesstellenvorsitzender Franz Beck bestätigt auf VN-Anfrage entsprechende Pläne. In einem ersten Schritt sollen demnach die Frequenzen sowie die an den jeweiligen Standorten erbrachten Dienstleistungen überprüft werden. Die ÖGK-Zentrale in Wien hält den Ball flacher. „Es gibt ein breit angelegtes Projekt zur Weiterentwicklung des Kundenservices in ganz Österreich, aktuell geht es nicht um konkrete Standorte“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Überlegungen würden auf ein Mehr an Kundenservice abzielen, das heiße: regional, persönlich und digital im Gleichklang.

Digital stark gefragt

Die Mitarbeitenden in den Servicestellen helfen Versicherten unter anderem bei der Einreichung von Wahlarztrechnungen, beraten zu Leistungen, organisieren Kranken- oder Wochengeld, nehmen Anträge entgegen und unterstützen bei Versicherungs- und Beitragsfragen. Eingeräumt wird in diesem Zusammenhang, dass ein Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der digitalen Services liegt. Sie seien stark nachgefragt. Als Beispiel werden die Besucherzahlen der „Meine ÖGK-App“ angeführt. Die haben sich seit Anfang 2025 auf das 4,5-fache erhöht: „Insgesamt werden unsere digitalen Services mittlerweile rund dreimal so häufig genutzt wie der persönliche Kundenservice.“ Die ÖGK geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Dem will sie mit dem Ausbau der Online-Services Rechnung tragen. Gleichwohl bleibe der persönliche Kundenservice ein wesentlicher Bestandteil des Leistungsangebots, lautet die Botschaft. Gerade bei Beratungs- und Unterstützungsbedarf oder in herausfordernden Lebenslagen sei das persönliche Gespräch von großer Bedeutung. Betont wird auch: „Wir möchten klarstellen, dass jenen Menschen, die unsere digitalen oder telefonischen Angebote nicht oder nur eingeschränkt nutzen können, weiterhin eine persönliche Beratung zur Verfügung steht.“

Servicestellen unter der Lupe
Franz Beck leitet als Arbeitnehmervertreter derzeit die ÖGK-Landesstelle. AK

Keine aktuellen Angaben

In Vorarlberg verfügen Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Egg, Feldkirch, Hirschegg und Schruns über eine ÖGK-Kundenservicestelle. Die Frage nach den aktuellen Besucherzahlen bzw. wie viele Mitarbeitende dort beschäftigt sind, umschifft die ÖGK im Allgemeinton: „Da es sich um ein österreichweites Projekt handelt, das sich in einem laufenden Entwicklungs- und Evaluierungsprozess befindet, können wir derzeit keine Angaben zu den Standorten oder den dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen.“ Franz Beck kann wenigstens so viel sagen: „Wie auch immer die Prüfungen ausfallen, das Personal wird in jedem Fall gebraucht.“ Die Überprüfung der Servicestellen auf ihre Effizienz ist aus seiner Sicht etwas, das „kommen muss“. Die Zentrale in Wien beruhigt: „Unabhängig vom weiteren Verlauf ist sichergestellt, dass alle Versicherten der ÖGK auch künftig in gewohnt hoher Qualität betreut und serviciert werden.“