Zadra: Moosbruggers Aussagen zum Naturschutzgesetz sind “zukunftsvergessen”

Politik / 19.10.2026 • 14:10 Uhr
Zadra: Moosbruggers Aussagen zum Naturschutzgesetz sind "zukunftsvergessen"
Die Debatte rund um das neue Naturschutzgesetz geht weiter. Grünen-Klubobmann Daniel Zadra kritisiert die Positionen von LWK-Präsidenten Josef Moosbrugger scharf. Stiplovsek

Der Grünen-Klubobmann kritisiert Forderungen des Landwirtschaftskammerpräsidenten nach weiteren Naturschutzlockerungen

Schwarzach Die Aussagen von Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger in einem Interview mit den Vorarlberger Nachrichten stoßen bei den Grünen auf massive Kritik. Moosbrugger verteidigt darin die geplante Naturschutznovelle der schwarz-blauen Landesregierung als notwendige Deregulierung. Die Änderungen öffneten “nicht Tür und Tor für die Zerstörung der Landschaft”, betont er. Zugleich gehen ihm die Lockerungen nicht weit genug: So fordert er etwa, den Uferschutz auf null Meter zu senken und weitere Ausnahmen von der Bewilligungspflicht zu schaffen.

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“Mit derart unqualifizierten und zukunftsvergessenen Aussagen schadet der Landwirtschaftskammerpräsident dem Ruf aller Landwirtinnen und Landwirte”, kritisiert Grünen-Klubobmann Daniel Zadra. Gerade angesichts der steigenden Hochwassergefahr sei der Uferschutz unverzichtbar. Viele Bäuerinnen und Bauern engagierten sich für den Naturschutz und seien auf gesunde Böden angewiesen. Moosbrugger müsse sich seiner Verantwortung als Vertreter der Landwirtschaft bewusst sein und öffentliche Aussagen mit mehr Bedacht treffen.

Weniger Schutz für Moore

Besonders irritiert zeigt sich Zadra über Moosbruggers pauschale Abwertung von Naturschutzengagierten. Der Kammerpräsident hatte infrage gestellt, ob jene, die regelmäßig Leserbriefe zum Thema schreiben, selbst jemals einen Beitrag für die Natur geleistet hätten. “Damit stößt er all jene vor den Kopf, die sich zu Recht für den Schutz unserer Natur einsetzen”, sagt Zadra. Betroffen seien unter anderem Mitglieder des Alpenvereins, des Fischereiverbands sowie Imkerinnen und Imker – viele davon auch Kundinnen und Kunden der Landwirtschaft.

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Auch Moosbruggers Haltung zum geplanten Abbau des Moorschutzes ist für Zadra unverständlich. Die Landesregierung wolle die Bewilligungspflicht für Eingriffe in landwirtschaftlich genutzte Moore von 100 auf 500 Quadratmeter anheben. Moosbrugger hält dagegen, dadurch werde kein Moor zerstört. Für Zadra greift diese Sicht zu kurz: “Entweder er weiß nicht, welche bedeutende Funktion Moore für Umwelt und Klima haben, oder es ist ihm egal. Beides ist inakzeptabel.” Zadra fordert Moosbrugger auf, sich für ein Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz einzusetzen.