Wallner zeigt nach Gutachten zu Herbertinger Leitung wenig Verständnis

Politik / 01.11.2026 • 16:15 Uhr
Wallner zeigt nach Gutachten zu Herbertinger Leitung wenig Verständnis
Strommasten wie dieser müssen abgebaut werden, anschließend werden neue aufgebaut. An 259 Standorten im Land.VN/Prock

Naturschutzgutachten sieht einige Mastbauten bei Illwerke-Millionenprojekt kritisch. Wallner hält an den Plänen fest.

Schwarzach Der Umbau der Herbertinger Leitung ist ins Stocken geraten – und stößt bei Landeshauptmann Markus Wallner auf Unverständnis. Die Verhandlung zum Projekt hätte diese Woche stattfinden sollen. Nun ist klar: Heuer wird es keinen Termin mehr geben, frühestens kann 2027 weiterverhandelt werden. Die BH will zusätzliche Gutachten und Stellungnahmen einholen, unter anderem zur Bodenbeschaffenheit.

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Die Herbertinger Leitung ist eine von zwei großen Stromleitungen durchs Land. Über sie kann Strom aus den Pumpspeicherkraftwerken im Montafon nach Deutschland transportiert werden. 259 Masten tragen die Leitung, einige sind fast 100 Jahre alt. Die illwerke vkw wollen sie für rund 400 Millionen Euro erneuern. Einige Standorte liegen in sensiblen Naturschutzgebieten, auch schweres Gerät müsste dort zum Einsatz kommen. Die Naturschutzabteilung der BH stimmt in ihrem Gutachten den beantragten Ausnahmebewilligungen an mehreren Standorten nicht zu (die VN berichteten). Die fachliche Beurteilung ist für die BH nicht bindend; sie entscheidet über die Bewilligungen.

Wallner reagierte auf Anfragen von ORF Vorarlberg auf den VN-Bericht. Die Leitung sei eine Lebensader der Vorarlberger Energiewirtschaft. Ohne sie könne kein Strom nach Deutschland geliefert werden, betonte er. “Davon leben wir natürlich auch.” Für Einwände an einzelnen Maststandorten habe er kein Verständnis. Die Masten gebe es bereits, die Trasse bleibe unverändert. Aus Naturschutzsicht müsse man doch Interesse an dieser Leitung haben, schließlich sei sie wichtig für die Energiewende. “Ich muss dazu sagen, es ist ein Beispiel, wie man den Naturschutz auch falsch verstehen kann”, zitiert ihn der ORF.

Das Gutachten, das den VN vorliegt, beurteilt nicht alle Standorte negativ. Bei einzelnen hält die Sachverständige die Eingriffe durch Ausgleichsmaßnahmen für kompensierbar. Vorgesehen sind etwa eine ökologische und bodenkundliche Bauaufsicht, Bodenschutzmatten und die Bergung sowie spätere Wiederaufbringung von Rasensoden. In sensiblen Moor- und Riedflächen sollen die Bauarbeiten im Winter stattfinden. Geschützte Tiere und Pflanzen sollen teils in vorbereitete Ersatzlebensräume umgesiedelt werden; hinzu kommen ökologische Aufwertungen von Mager- und Streuewiesen, etwa im Schildried und in Valduna.