Altachs Goalie tritt aus Legenden-Schatten

Regionalliga / 12.03.2026 • 09:49 Uhr
Noah Ender sammelt schon früh Erfahrung in der Westliga.KNOBEL
Noah Ender sammelt schon früh Erfahrung in der Westliga.Knobel

Der 20-jährige Noah Ender folgt seinem Vater Marc Ender beim SCR Altach – als Torhüter.

Altach Noah Ender ist 20 Jahre alt – und trägt in Altach einen Namen, der Gewicht hat. Sein Vater Marc Ender (46) absolvierte zwischen 1997 und 2005 plus 2010 bis 2011 insgesamt 146 Pflichtspiele für den SCR Altach, die meisten davon als Tormann. Er prägte eine Ära im Rheindorf, war Publikumsliebling und Leistungsträger zugleich. Nun steht der Sohn im Tor – und schreibt an seiner eigenen Geschichte.

Noah Ender ist ein Vorbild.
Noah Ender ist ein Vorbild.

Seit elf Jahren spielt Noah Ender ununterbrochen für Altach, hat sämtliche Nachwuchsstationen durchlaufen und ist längst fixer Bestandteil der zweiten Mannschaft. Bereits als 16-Jähriger stand er in der damaligen Eliteliga für Altach II zwischen den Pfosten – für einen Goalie in diesem Alter ein bemerkenswerter Schritt. Früh zeigte sich, dass er nicht nur Talent, sondern auch die nötige Ruhe und Spielintelligenz mitbringt.

Mittlerweile hält Noah Ender bei 21 Einsätzen für Altachs Fohlen-Elf in der Regionalliga West. Seit zwei Jahren sammelt er dort regelmäßig Spielpraxis. Im Herbst 2025 kam er bei der Fohlentruppe auf elf Einsätze – auch begünstigt durch den Langzeitausfall von Stammtorhüter Paul Piffer, der mit einem Bandscheibenvorfall monatelang außer Gefecht ist. Für Ender öffnete sich damit ein Fenster, das er bislang konsequent nutzt.

Eigenbau mit rascher Entwicklung.
Noah Ender, ein Eigenbau mit rascher Entwicklung.

Die Rahmenbedingungen von Altach II spielen der jungen Garde zusätzlich in die Karten. Da es in dieser Saison in der Regionalliga West keinen Absteiger gibt, setzen die Altacher Verantwortlichen voll auf die Jugend. Auf Einsätze von Profis aus der Bundesliga-Mannschaft wurde in der ersten Saisonhälfte weitgehend verzichtet. Gut möglich jedoch, dass im Frühjahr mit Elias Scherf, dem dritten Profi-Tormann der Rheindörfler, zusätzliche Konkurrenz in der zweiten Kampfmannschaft auftaucht. Mit Leon Petrovic steht zudem ein vierter Keeper im Kader der Fohlentruppe – ein echtes Luxusproblem auf der Torhüterposition.

Altach II ist in dieser Spielzeit ohnehin ein Schaufenster für Eigenbauspieler. Mit Timo Müller, Niklas Thalmann, Jason Walser, Alexander Tipotsch und Nicolas Maretic, um nur einige Jungspunde zu nennen, sammeln mehrere Talente wertvolle Minuten in der Regionalliga West. Der Weg ist klar: Entwicklung vor kurzfristigem Erfolg.

Noah Ender ist noch nicht am Höhepunkt.
Noah Ender hat noch einiges vor.

Neo-Trainer René Fink sieht in Noah Ender einen zentralen Baustein dieser Philosophie. “Noah verkörpert genau das, was wir uns allgemein vorstellen. Er ist seit Jahren im Verein, identifiziert sich voll mit Altach und geht im Training immer über 120 Prozent. Die Mannschaft ist ihm wichtig, die Junioren sind ihm wichtig – das spürt man jeden Tag”, sagt Fink. Für den Coach ist Ender nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein wichtiger Faktor in einer jungen Mannschaft.

Der Vergleich mit dem Vater liegt nahe, doch Noah Ender wirkt nicht wie jemand, der sich davon treiben lässt. Der Name mag Erinnerungen wecken, die Leistung aber muss er selbst bringen. Im Altacher Tor wächst die nächste Generation Ender heran – ruhig, bodenständig und mit klarer Perspektive. VN-TK