Reitclub Montafon auf der Suche nach geeignetem Gelände

Regionalumfrage / 30.10.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für ein Revival der beliebten Montafoner Pferdesporttage besteht derzeit wenig Hoffnung. RUDIGIER

Zu wenig Platz für die Reiter vom Montafon.

Schruns In der aktuellen VN-Regionalumfrage – der größten in der Geschichte der VN – sind die Menschen in den Ort- und Talschaften am Zug: Wo drückt der Schuh, welchen Problembereich sollte man in der Heimatregion medial aufgreifen?
Im Montafon kam hier insbesondere der Wunsch nach mehr Reitmöglichkeiten im Tal und damit verbunden nach einem geeigneten Reitplatz auf. Ein Wunsch, der zwar von allen Seiten bekräftigt wird, von niemandem aber so wirklich umsetzbar ist.

Platznot

Konkret sollte das Montafon mit dem Reitclub Montafon ja über genügend Angebote verfügen. Das Problem hier ist aber, dass der Club bereits seit Jahren mit einem Platzproblem konfrontiert ist, das sich nun nochmals verschärft hat und auf eine Auflösung des Vereins hinauslaufen könnte.

Das bisherige Gelände, das auf Gemeinde- und Privatgrund war, ist seit Kurzem nämlich für den Verein unbrauchbar, da der bisherige Parkplatz durch ein Unternehmen verbaut wurde und somit keine Anfahrtsmöglichkeit mit Pferd mehr besteht. „Wir mussten bereits unser Vereinsturnier Anfang Oktober deswegen absagen“, informiert RC-Obfrau Tanja Rudigier. Das sei umso schmerzhafter, da bereits 2012 die Montafoner Pferdesporttage aus Platzgründen „begraben“ werden mussten. „Ein Event, das bis zu 5000 Nächtigungen im Sommer gebracht hat“, führt Rudigier aus.

Beim Stand Montafon und bei den Gemeinden ist man sich des Problems bewusst, wie Standesrepräsentant Herbert Bitschnau betont und weiter ausführt: „Frau Rudigier war bereits mehrmals im Gespräch mit uns, wir haben das auch auf einer Standessitzung besprochen und bei jeder Gemeinde nachgesehen, ob ein solcher Platz vorhanden wäre.“

Leider konnte aber auch hier keine Lösung gefunden werden, wobei der Schrunser Bürgermeister Jürgen Kuster die spezielle Problemlage erläutert: „Die Gemeinden haben nicht mehr einen solch großen Grund zur Verfügung. Wir reden hier ja von knapp 10.000 Quadratmetern.“ Dies begründete er mit der geografischen Lage des Montafons und den Interessenskonflikten, welche auch Rudigier bewusst sind: „Wir hatten schon ein, zwei passende Plätze gefunden, hier wollte aber die Privatperson nicht, dass wir uns ansiedeln, beziehungsweise können wir ja auch nicht mitten in ein Wohngebiet ziehen.“

Erschwerend komme hinzu, dass das Gebiet eine gute Verkehrsverbindung haben müsse, da besonders zu Turnierzeiten große Fahrzeuge den Platz erreichen können müssten.

Aussicht

Keine guten Aussichten also für die Reitfreunde unter den VN-Lesern, denn die Spirale dreht sich weiter: „Da wir nun auch kein Vereinsturnier mehr veranstalten können, fallen uns wichtige Einnahmen weg“, erläutert Rudigier. „Noch können wir von der Reserve leben, aber wenn auch diese aufgebraucht ist, bleibt uns nichts anderes mehr übrig als die Auflösung.“ Was den Verein natürlich retten könnte, wäre eine Privatperson mit entsprechendem Grund.