In den Tiefen des Amazonas

zahlreichen Kaimane zu erwischen, die sich hier verstecken. Unsere erste Nacht im Dschungel ist überwältigend. In der Hängematte schlafe ich besser als erwartet, auch die Tarantel, die nur einen Baum weiter ihr Revier zu haben scheint, beunruhigt mich unter meinem Netz nicht mehr. Als ich in der Nacht aufwache, leuchtet der Vollmond eindrucksvoll zwischen den Bäumen durch, überall sind Tiere zu hören, ein lautes Pfeifen deutet auf eine Schlange hin, die sich in der Nähe befindet, und nur ein paar Meter weiter fließt ruhig der Amazonas an mir vorbei. Am nächsten Morgen werden die mitgebrachten Eier über dem Feuer gegrillt und dann geht es auch schon per Boot und anschließend zu Fuß weiter durch das Dickicht des Dschungels. Pedro erleichtert uns das Gehen mit seiner Machete, zeigt uns zahlreiche Tiere und Pflanzen und so erreichen wir im Laufe des Tages auch unseren nächsten Schlafplatz, wo wir diesmal aus Ästen und mit Planen unser Camp auf dem Boden aufbauen. Und wo am ersten Abend noch alles toll und spannend war, kann ich mir jetzt so langsam vorstellen, wie schwierig das Überleben im Dschungel wirklich ist. Die vielen Mücken fangen an, uns zu einer wahren Plage zu werden, aber der frisch gefangene Fisch über dem Feuer entschädigt für vieles und so wird auch die zweite Nacht zu einem wahren Abenteuer und einem unvergleichlichen Erlebnis. Als wir am nächsten Morgen mit dem Boot auf dem Rückweg sind, die Sonne auf uns herunterbrennt und wir endlich die lange ersehnten Flussdelfine vor uns springen sehen, machen wir, was wir uns vor zwei Tagen noch nicht hätten vorstellen können. Wir springen ins braune Amazonaswasser und genießen die Abkühlung nach drei Tagen Dschungel, bevor wir langsam wieder nach Leticia zurückfahren und um eine unglaubliche Erfahrung reicher sind.