Der Duft von Kamille in der Luft

02.10.2015 • 08:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ökologische Landwirtschaft und Erholung auf der Sekemfarm in Ägypten.

reise. (Bettina Louise Haase) „An diesem Ort kommt man einfach bei sich selber an“, sagt Lisbeth Vilkan Glad. Die norwegische Künstlerin und ihr Mann sind zurzeit zusammen mit zwei anderen die einzigen Gäste im Hotel der Ökofarm Sekem in Ägypten. Sie hat zahlreiche Reisen nach und in Ägypten unternommen, doch nirgendwo fühlt sie sich so sicher wie hier. „Sekem ist eine Oase der Ruhe, die Natur ist wunderschön, und wir kommen immer gerne hierher zurück.“

Seit über dreißig Jahren existiert Sekem schon, der Gründer war Ibrahim Abouleish, der eigentlich in Graz Pharmazie studierte. Mit dem Geld, das er bei einem österreichischen Pharmakonzern verdient hatte, beschloss er, zurück in seine Heimat Ägypten zu gehen, ungefähr 60 Kilometer nordöstlich von Kairo im Nildelta ein Stück Land zu kaufen und dieses nach biologisch-dynamischen Ansätzen zu bewirtschaften. Inzwischen ist Sekem Marktführer für Bioprodukte in Ägypten, auf der Farm werden Kräuter wie Kamille, auf der dazugehörigen Nachbarfarm Adleya Gemüse wie Brokkoli oder Chia-Samen angebaut. Auch nach Europa werden Sekems Bioprodukte exportiert, „das macht die Bauern, die mit uns zusammenarbeiten, besonders stolz“, sagt Angela Hofmann. Sie ist in Sekem für die landwirtschaftlichen Touren zuständig, die die Gäste auf der Farm unternehmen können, und kennt jede Pflanze auf der Farm. Wir spazieren auf den breiten Wegen der Farm, die übersät sind von Nadeln der Kasuarinenbäume. Die Hauptfarm, auf der auch das Hotel mit 32 Zimmern steht, ist etwa einen Kilometer lang und 500 Meter breit. Die von hohen Bäumen gesäumten Wege sind wie Blickachsen angelegt, das Gras neben den Wegen fühlt sich an wie ein dicker Teppich. Wir kommen an einem Kamillefeld vorbei. In der Luft liegt der weiche Duft der Pflanze, der sich mit einer Grasnote mischt. „Gerade haben wir die Kamille mit einer neuen Maschine geerntet“, sagt Angela. 1500 Mitarbeiter beschäftigt Sekem insgesamt, die hier unter landesüblichen guten bis sehr guten Bedingungen arbeiten. Zu Sekem gehören neben der Nachbarfarm Adleya noch drei weitere Farmen auf dem Sinai, in Wahad el Bahareya und in Minia.

Als Gast kann man die Natur und die gute Luft genießen, vorzügliche Bioküche im „Speisesaal“, wie das Res­taurant für Angestellte und Gäste heißt, probieren,