Eine Stadt mit vielen Gesichtern

Reise / 09.10.2015 • 09:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die erzbischöfliche Kathedrale mit dem Glockenturm in der Altstadt von Vilnius. Fotos: beate Rhomberg
Die erzbischöfliche Kathedrale mit dem Glockenturm in der Altstadt von Vilnius. Fotos: beate Rhomberg

wunderschöne Hinterhöfe findet. Über die älteste Straße der Stadt, die Pilies gatve, die schließlich in die Didzioji gatve übergeht, kommt man, vorbei am Rathausplatz, bis zum Tor der Morgenröte mit der berühmten schwarzen Madonna und ins Jüdische Viertel. 70.000 Juden lebten vor dem Krieg in Vilnius, mehr als 100 jüdische Gebetshäuser waren hier zu finden und auch heute gibt es wieder eine größere jüdische Gemeinschaft in der Stadt, die mit den anderen Religionen in Einklang lebt. Im Jüdischen Viertel findet man heute zahlreiche Cafés, Restaurants und Bars. Etwas abseits der Altstadt befindet sich die vielleicht schönste Barockkirche von Vilnius, St. Peter und Paul mit ihren zahlreichen Stuckarbeiten, die die ganze Kirche ausfüllen.

Viel Kunst und Kultur

Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, ist im Szeneviertel Uzupis genau richtig. Wo man früher Kriminalität und Rotlichtmilieu fand, haben sich Künstler und junge Menschen angesiedelt. Heute zählt das Viertel zu einem der teuersten der Stadt. Mit einem Durchschnittseinkommen von etwa 670 Euro und Mindestlöhnen von 325 Euro für die meisten kaum leistbar. Sehenswert ist auch die Literatų-Straße mit den vielen kleinen Bildern und Texten, die zu Ehren der Schriftsteller und Literaten überall in der engen Straße hängen.

Bis 1990 war Litauen So­wjetrepublik. Erst seit der Unabhängigkeit wurden Häuser und Höfe in der Stadt liebevoll renoviert und wieder hergerichtet. Die Menschen des Landes sind stolz darauf, unabhängig zu sein und den Besuchern einen Einblick in die bewegte Geschichte ihres Landes, das seit 2004 zur EU gehört, zu geben.

Lesen Sie nächste Woche im Reiseteil: Rapallo und der westliche Golfo de Tigullio.