Kaiserin Sisis Sehnsuchtsinsel Korfu

Reise / 26.08.2016 • 09:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Kaiserin Sisi verliebte sich in den griechischen Helden und das grüne Eiland der Hellenen.

reise. (srt/Angela Böhm) Der Duft der knorrigen Olivenbäume. Das türkisblaue Meer, das wie ein großes Stück Glas in der Sonne glitzert. Der unendliche Blick bis zu den schneebedeckten Gipfeln Albaniens. Sisi, die österreichische Kaiserin, war verzaubert von der Schönheit dieser Insel: „Korfu ist mein Asyl, wo ich ganz mir selbst angehören darf“, schwärmte sie und baute sich an der Ostküste einen schneeweißen Palast. Dort träumte sie von Achill, dem größten aller Krieger, dem beinahe unverwundbaren gottgleichen Helden der Antike. Aus weißem Marmor hat Sisi ihren Schwarm meißeln lassen. Als sterbender Gott, der gerade den todbringenden Pfeil aus seiner Ferse zieht, liegt er in ihrem Garten. Der Muskelmann hat inzwischen Patina angesetzt. So wie ihr Palast, den sie nach ihm benannt hat: Achilleion.

Ein paar Kilometer die Küste weiter nach Süden, bei dem kleinen Ort Agios Ioannis Peristeron, hat der Großvater von Vassilis Dracopoulis in den frühen 70er-Jahren ein Stück Land gekauft. Wie ein Urwald klettern dort jahrhundertealte Olivenbäume aus dem Meer den Hang hoch bis zur Bergspitze. Der schmale­ Strand steht unter Naturschutz. Im Sommer ziehen Delfine und Wasserschildkröten vorbei. Das luxuriöseste Hotel Griechenlands wollte der Unternehmer aus Athen hier bauen. Mit herrlichem Blick zum griechischen Festland mit seinen kargen, kahlen Bergen. In der nächsten Bucht plante gleichzeitig die Schwester von Aristoteles Onassis, dem griechischen Reeder und damals reichsten Mann der Welt, eine Ferienanlage. Zusammen sollten die beiden Projekte ein „Hotspot“ für die Schönsten und Reichsten werden. Wäre die Krise nicht gekommen. Das Militär hatte in Athen die Macht übernommen. Die Reichen blieben fern.

Auch heute steckt Griechenland in einer tiefen Krise. Korfu gehört noch zu den wohlhabendsten Gegenden Griechenlands. Ihre Schönheit lockt Urlauber und Kreuzfahrer an. Über vier Millionen Olivenbäume verwandeln die Insel in ein grünes Paradies und sorgen für die Produktion von feinem Öl.

Der Krise trotzen auch Katerina Lavarnou und ihre Freundinnen mit einer neuen Idee. „Gehen Sie mit den Einheimischen“, werben die drei jungen Frauen, die alle Anfang 30 sind, für ihre etwas andere Besichtigungstour durch die historische Altstadt von Kerkyra. Eingeklemmt zwischen Meer und zwei